"Unsere Aufführung heute hat mir am besten gefallen", verriet die zehnjährige Anna aus Klosterdorf, als die Eltern nach der Präsentation im "Theatersaal" auf dem Dachboden des Schlosses ihre Kinder wieder mit nach Hause nahmen. Auch ein paar Brocken Polnisch habe sie in den Tagen gelernt, bestätigt Anna. Ein paar Worte, ganz kurze Sätze aus dem Alltag, wie sie in beiden Sprachen auch noch an den zahlreichen Zetteln, die an der Wand hingen, nachzulesen waren.
Auf die Frage "Wie geht's?" können auch die deutschen Mädchen und Jungen nun entsprechend antworten: "Zle" (schlecht), "dobrze" (gut) oder "jako tako" ("so lala"). Wobei dobrze auch am letzten Vormittag wohl die vorherrschende Antwort gewesen wäre.
Schon mit Mundharmonikaklängen waren Eltern und andere Gäste die Treppe hinaufgeführt worden, im großen Raum dann ging es durch einen von Menschen gebildeten Wald, dessen Bäume sich im Wind wiegten und aus dessen Wipfeln, von mit Wasser gefüllten Tonpfeifen erzeugt, vielstimmiges Vogelgezwischter ertönte. Unter anderem war die Gruppe in den Tagen zuvor mit einem Ornithologen unterwegs, auch beim Besuch im Internationalen Fledermausmuseum Julianenhof wurde dem Titelthema mit den fliegenden Jägern der Nacht Rechnung getragen. Unter anderem Stella (9) aus Prädikow hat dieser Naturkunde-Ausflug sehr gefallen.
Durch das noch sehr warme Wetter zu Beginn habe man sehr viele Aktivitäten nach draußen verlagert, so Projektleiterin Dorica Poggi. Die italienischstämmige Theaterpädagogin, die in Altlandsberg lebt, hatte mit den Kindern immer wieder kleine Übungen gemacht - auch in Sachen Improvisationstheater. Per Zuruf von drei spontanen Begriffen aus dem Publikum "bauten" die Kinder da auch zur Präsentation eine Topf-Stuhl-Fotoapparat-Maschine, die neben den Bewegungen auch Geräusche von sich gab.
Eine sehr harmonische Atmosphäre war es die ganze Zeit, ist sich Dorica Poggi mit ihrem Kollegen Steffen Spandler einig. Er war einer der zusätzlichen zweisprachigen Betreuer, regte mit Sprachanimationsspielen an, erste Hemmungen in der Kommunikation untereinander abzubauen. Wie gut dies gelang, war auch für Prötzels Bürgermeister Rudolf Schlothauer als Mitinitiator und Doreen Schindler vom Eberswalder Regionalbüro für kulturelle Bildung, das Schloss Trebnitz als Projektstätte vermittelt hatte, offensichtlich. Ein Wiedersehen der Kinder gibt es womöglich demnächst beim Backofenfest in Bogdaniec.