Die Feuerwehr des Amtes Falkenberg-Höhe zieht eine positive Bilanz der arbeitsreichen vergangenen zwölf Monate. Bei der Jahreshauptversammlung im Kulturhaus Kruge ließen die Blauröcke die Erlebnisse Revue passieren und sparten nicht mit Kritik.
2011 hatte es in sich für die Feuerwehrleute im Amt: Mehr als doppelt so oft wie 2010, genau 68 Mal, mussten sie ausrücken. Neben zahlreichen technischen Hilfeleistungen bei Stürmen oder Verkehrsunfällen hat ihnen der Hochwassereinsatz eine Menge abverlangt, erinnert Amtswehrführer Ingo Köhler. Auch 19 Brände, darunter der spektakuläre Großbrand der Falkenberger Scheune Ende des Jahres, forderte die Einsatzkräfte. Dass seine Leute aber auch sechs Mal ausrücken mussten, um als Tragehilfe für den Rettungsdienst zu dienen, sorgt für Unmut beim Amtswehrführer. "Wir lassen uns nicht benutzen für Aufgaben, die nicht unsere sind. Hier muss über eine Kostenerstattung nachgedacht werden", moniert Köhler.
Stolz und fast ein wenig erleichtert wirkt er beim Blick auf die Mitgliederzahlen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es nur einen leichten Rückgang. Die Jugendfeuerwehr im Amtsbereich verzeichnet 63 junge Leute, 155 Brandschützer - sechs weniger als 2010 - sind im aktiven Dienst, weitere 63 Feuerwehrleute in der Alters- und Ehrenabteilung. "Weniger leisten mehr", fasst Köhler die Situation zusammen. Als Atemschutzträger ausgebildet sind 54 Männer und Frauen, zwei weniger als im vergangenen Jahr. Aber, nur 15 der 39 Geräte sind derzeit einsetzbar. "Wir arbeiten auch daran", kündigte der Amtswehrführer an.
Das haben die Blauröcke auch 2011 getan: Die Einführung der Handyalarmierung, Arbeiten an den Gerätehäusern in Falkenberg und Dannenberg, die Anschaffung von Rettungsgeräten - das waren nur einige der Investitionen von einer langen Liste, die Köhler aufzählte. Um die Tagesbereitschaft abdecken zu können, wurden zudem aus drei Löschzügen zwei gebildet, die Brandschutzkonzeption überarbeitet, eine neue Alarm- und Ausrückeordnung erstellt und die Aufwandsentschädigung angepasst. Außerdem trat im vergangenen Jahr die neue Gebührensatzung für Einsätze in Kraft, die nun eine minutengenaue Abrechnung ermöglicht.
In seiner persönlichen Ansprache dankte Köhler nicht nur den Angehörigen der Feuerwehrleute, die angesichts der verdoppelte Einsätze häufig auf ihre Partner verzichten mussten. Ebenso unverzichtbar sei die Unterstützung der Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter für Einsätze und Ausbildungen freistellen. Auch Amtsgerätewart Heinz Barrey wurde für seine verdienstvolle Arbeit gewürdigt. "Er hat in diesem Jahr 994 Stunden an ehrenamtlicher Zeit geleistet. Das entspricht einer 20-Stunden-Woche", betonte Ingo Köhler und forderte: "In der Zukunft muss hier eine Stelle durch das Amt geschaffen werden. Diese Menge an Aufgaben ist im Ehrenamt nicht mehr zu bewältigen." Der aufbrandende Applaus der Feuerwehrleute unterstrich die Forderung zusätzlich.
Holger Horneffer, amtierender Amtsdirektor, lobte in seiner Ansprache, wie konstruktiv die Feuerwehrleute mit der Umstrukturierung umgegangen seien. "Das Problem der Tagesbereitschaft wird uns weiter begleiten. Daher war es richtig, die Strukturen zu überdenken. Besitzstandsdenken und persönliche Befindlichkeiten haben dabei keine Rolle gespielt, und wir können mit Stolz feststellen, dass wir eine Feuerwehr des Amtes Falkenberg-Höhe sind", so Horneffer. Er versprach zudem, dass die Arbeiten am Gerätehaus in Leuenberg im Frühjahr beginnen. Die Feuerwehrleute hatten im vergangenen Jahr trotz zugesagter Investitionen zugunsten eines modernen Schneid- und Spreizgerätes verzichten müssen.
Richtiggehend empört zeigte sich Horneffer darüber, dass die neue Alarm- und Ausrückeordnung noch nicht in das System der Leitstelle in Frankfurt eingearbeitet wurde. Die Folge: Nicht alle Wehren, die alarmiert werden müssten, bekommen auch eine Meldung von der Leitstelle, "Seit Monaten vertröstet man uns. Es ist einfach unmöglich, dass das alles auf dem Rücken der Feuerwehrleute ausgetragen wird", echauffierte sich der Amtsdirektor.
Amtsjugendwart Fabio Acquarone dankte den Nachwuchsbetreuern für ihren unermüdlichen Dienst. Knapp 5000 Stunden ihrer Freizeit investierten sie in die Zukunft des Brandschutzes in Falkenberg-Höhe.
Auszeichnungen
Medaille Treue Dienste in Kupfer (10 Jahre):
Thomas Dünow,
Marcus Böttcher,
Sören Buckow,
Thomas Kreisel und
Dennis Falk
Medaille Treue Dienste in Silber (30 Jahre):
Waldemar Szuda
Frank Möser
Medaille Treue Dienste in Gold (40 Jahre):
Wilhelm Manzel,
Peter Müller,
Siegfried Cuprinna,
Helmut Ewald
Medaille Treue Dienste in Sonderstufe Gold (50 Jahre):
Fredi Reuß
Beförderungen:
Feuerwehrmann:
Waldemar Barcyk,
Philip Stark,
Jerome Mensfeld,
Peter Danne,
Mark Berger,
Dirk Hentler,
Toni Siegesmund,
Robby Menzel und
Steven Kemnitz
Hauptfeuerwehrmann:
Marcus Böttcher,
Thomas Kreissl,
Tobias Küster
Löschmeister/ -in:
Christian Kraekel,
Ralf Kempe,
Klaus Luckas,
Fabio Acquarone,
Dominic Ha Duc,
Miguel Weinknecht,
Susann Stolzmann,
Dennis Falk und
Hans Graczynski
Oberlöschmeister:
Henry Müller
Jorn Berger
Hauptlöschmeister/ -in:
Gundula Mensfeld
Sören Buckow und
Roy Gehrke
1. Hauptlöschmeister
Nico Jodeit
Heinz Barrey
Brandmeister:
Mario Sarre
Jens Mühlenhaupt
Oberbrandmeister:
Robert Müller
Besonders geehrt wurde darüber hinaus Helga Kowatzki, die von den Feuerwehrleuten für eine Ehrenmitgliedschaft vorgeschlagen wurde.
Kreisjugendwart Fabio Acquarone und Amtwehrführer Ingo Köhler erhielten den öffentlichen Dank ihrer Kollegen.