„Es ist schade, dass so viele Händler abgesagt haben. Sie hatten offenbar Sorge, dass ihnen die Stände wegschwimmen“, vermutet Ilka Krüger, Geschäftsführerin der Bad Freienwalder Tourismus GmbH. 14 der 34 Händler, die sich für den Herbstmarkt in Bad Freienwalde am Sonntag angemeldet hatten, zogen diese Meldung am Sonnabend und Sonntag zurück oder erschienen auch einfach ohne Abmeldung nicht. So fiel der Markt noch kleiner aus, als er wegen der Corona-Maßnahmen ohnehin schon geplant war. Grund für die Absagen war offenbar die Wettervorhersage, die Regen angekündigt hatte.

Wetter war nicht optimal für Freiluftveranstaltung

So war der Marktplatz am Sonntag zwar nicht leer, aber doch lückenhaft. Das Wetter lud zunächst tatsächlich nicht unbedingt zum Marktbesuch ein, immer wieder gab es Regenschauer. Immerhin 20 Händler ließen sich davon aber nicht abschrecken, sondern bauten am Morgen ihre Stände auf, um Besucher und Kunden zu empfangen.

Mobile Saftpresse zieht Blicke auf sich

So etwa Rico Klimmek, der in Angermünde die Mosterei Klimmek betreibt. Mit seiner mobilen Saftpresse war er vor Ort und produzierte jede Menge Apfelsaft. Die Anlage sieht spektakulär aus und zieht allein deswegen schon neugierige Blicke auf sich. Dass der Saft dann auch noch zu kaufen war, war natürlich umso besser. „Wir sind mit unserer Presse im Moment auch in der Region unterwegs, da können die Leute ihr Obst bringen und pressen lassen“, so Klimmek. 50 Kilo Äpfel seien zum Beispiel in zehn Minuten zu 30 bis 35 Liter Apfelsaft gepresst. Der Trester, die Reste, die beim Saftpressen entstehen, werden als Tierfutter verwendet. In Bad Freienwalde steht Klimmek noch bis Ende Oktober jeden Montag ab elf Uhr beim Obi-Baumarkt mit seiner Saftpresse.

Trotzdem gab viel zu sehen beim Herbstmarkt

Etwas kleiner ist das Reisespinnrad von Petra Stürz aus Fredersdorf. Mit dem ist sie auch auf den Märkten in der Region unterwegs und veranstaltet Schauspinnen. Am Sonntag spann sie Alpaka-Wolle zu Garn. Mit dem kleinen Spinnrad ist sie mobil unterwegs, als es zu regnen begann, zog sie vom Platz vor ihrem Pavillon unter das kleine Zelt. Katrin Viert, die erst in diesem Jahr ihr Geschäft „Barrique“ in Bad Freienwalde eröffnet hat, war ebenfalls vor Ort. Sie hatte Dinge für den feinen Gaumen im Angebot. Weißer Federweißer aus der Pfalz, Honig, Apfelsaft und Zwiebelkuchen gehörten mit dazu.

Besucher freuen sich über den Herbstmarkt

Und die Marktbesucher waren froh, dass der Markt stattfand. „Ist doch gut, dass etwas stattfindet“, stellten Christine und Torsten Rietpietsch fest, die aus Angermünde nach Bad Freienwalde gekommen waren. „Man kommt rein in die Stadt und es ist Leben, das ist doch schön.“ Bei einer Bratwurst trotzten sie unter einem Zeltdach am Vormittag dem Regen. Als der endlich aufhörte, kamen auch mehr und mehr Besucher auf den Herbstmarkt.

Ilka Krüger denkt über bessere Vorbereitung nach

Und offenbar nicht nur die. „Ich habe ein paar von den Händlern getroffen, die abgesagt hatten. Die haben sich dann doch geärgert, dass sie nicht mitmachten“, erzählt Ilka Krüger. Jene, die dabei waren, seien sehr zufrieden mit dem Besuch und auch den Umsätzen gewesen, weiß Krüger aus verschiedenen Gesprächen. Vielleicht müsse die Tourismus GmbH als Veranstalter für den Herbstmarkt im kommenden Jahr aber auch noch für eine bessere Infrastruktur sorgen, damit es nicht wieder zu solch vielen Absagen komme, so Krüger. Dabei denkt sie zum Beispiel an die Anschaffung von Pavillons, damit alle Marktbetreiber ein schützendes Dach über dem Kopf haben.

Holzhütten nicht geeignet für Herbstmarkt

Zwar seien auch die Holzhütten vorhanden, die für den fünftägigen Weihnachtsmarkt aufgebaut werden, die seien für den Herbstmarkt aber eher nicht geeignet. „Das Aufbauen der Hütten dauert drei Tage, der Markt dauert nur fünf Stunden. Da steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag“, lautet die Begründung von Ilka Krüger.