Ganz zum Schluss erklingt es noch einmal, das berühmte Chanson: "O mein Papa war eine wunderbare Clown", vorgetragen vom Ensemble der Wanderoper, bevor es sich verbeugt und wieder und wieder auf die Bühne muss. Das bunt gemischte Publikum feiert die Truppe.
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Jung wie Alt klatschen, johlen und trampeln mit den Füßen. Mehr als hundert Gäste haben am Gründonnerstag ihren Weg ins Kurtheater gefunden. Ausverkauft ist der Saal damit nicht, aber trotzdem voll genug, um die Premiere des Lustspiels "Das Feuerwerk" zu einem Erfolg zu machen.
"Das Stück ist sehr schön umgesetzt", sagt etwa Mechthild Plöntzke, "luftig und modern." Aufmerksam geworden auf die musikalische Komödie ist die Wriezenerin durch Plakate und Zeitungsbeiträge. "Die kulturellen Angebote, die es in Märkisch-Oderland gibt, möchte ich auch nutzen", erklärt sie.
Rosemarie General ist ähnlich angetan. Es habe ein wenig gedauert, bis das Stück in Schwung gekommen sei, dann aber habe es ihr gut gefallen. "Besonders die Lieder sind in Erinnerung geblieben", erzählt die Schweizerin, die früher einmal in Bad Freienwalde gewohnt hat. Klar, "O mein Papa", das kenne sie, aber auch manch anderes sei ihr bekannt vorgekommen.
"Ein Leben lang verliebt", "Die Welt ist groß und weit", "Ich hab' ein kleines süßes Pony": Eine ganze Reihe von Chansons kommen im Stück des Schweizers Paul Burkhard vor. Die Geschehnisse rund um ein chaotisches Familienfest werden vorangetrieben von immer neuen Gesangspartien, begleitet auf der Bühne von einem Pianisten und einem Akkordeonspieler. Die Kulisse ist zurückhaltend gestaltet: eine Geburtstagstafel, überzogen mit weißem Tuch. Ebenso weiß sind Stühle und Sofa und eine Leinwand im Hintergrund. Nur ein Strauß leuchtend roter Rosen und ein rot-weiß gestreiftes Manegenrund durchbrechen die weiße Pracht. Manege und Esszimmer: Die Ausstattung ist Programm, schließlich dreht sich das gut zweistündige Stück um den Konflikt zwischen der spießigen Familie Oberholz und ihrem verqueren Spross, einem Zirkusdirektor. Auch die Kostüme vereinen Nadelstreifen-Noblesse und abenteuerliche Farbenpracht: Pompöse Direktorenkluft, Raubkatzenpelz und Clownskostüm - alles, was der Unterhaltung dient, kommt zum Einsatz.
Das Publikum goutiert soviel Freude am Schauwert. Immer wieder brandet Szenenapplaus auf, sei es für eine gelungene Tanzeinlage oder eine stimmkräftige Gesangspartie. Dabei ist das Ensemble bunt gemischt: Die Protagonisten kommen aus Ländern wie Bulgarien, Holland, Pakistan - oder auch aus Altranft, wie der Opern-Sänger Bernd Gebhardt, der ein Mitglied der verqueren Familie Oberholz spielt. Allen gemein ist am Ende die Freude über einen gelungenen Premierenabend.
Solo für den Vater: Im feinen Zwirn singt der Jubilar (Anton Derbanosow, v.) seiner Familie ein Ständchen. Noch verläuft seine 60. Geburtstagsfeier ganz nach Plan.Fotos (3): Sören Tetzlaff
Duett mit Köchin: Tochter Anna (Marianne Klaassen, m., mit Heike Pulver) hat zu Ehren des Vaters ein Lied komponiert.
Party-Schreck in schwarz: Der verloren geglaubte Bruder (Alexander Nikolic, r.) hat als Zirkusdirektor seinen großen Auftritt.
Umjubelte Premiere des "Feuerwerks" / Nächste Vorführung am Sonnabend um 15 Uhr im Kurtheater
Sänger kommen aus Bulgarien, Pakistan, Holland und Altranft