Zu sehen ist sie am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 20 Uhr beziehungsweise von 11 bis 19 Uhr.
Hängung als Herausforderung
Der Aufbau stellt Steffen Blunk vor eine besondere Herausforderung: Wer bekommt welchen Platz, welchen Raum. "Ich lasse mich von meinem Gefühl leiten", so der Gastgeber. Großformatige Bilder hängen weiter oben, kleinteiligere eher unten. In Sichthöhe des Betrachters. Und doch im Spannungsfeld zu den anderen Werken.
Darunter: Grafiken, Malerei, Zeichnungen aber auch Skulpturen und Objekte. Mal figurativ, mal fotorealistisch, mal abstrakt. Eine gewaltige Auswahl an Stilen und Farben, Formen und Techniken, die den Betrachter gefangen nimmt. Und ihn eine Weile beschäftigen wird – denn zum schnellen "Konsum" sind die Ausstellungsstücke nicht gemacht. Deshalb öffnet die Villa Blunk ihre Türen an diesem Wochenende auch den ganzen Tag, damit die Besucher genug Zeit haben, zu Verweilen. Auch bei Kaffee und Kuchen im Garten am Berliner Berg. Kunst, wann man möchte, sozusagen.
Die unterschiedlichen Formate sind die größte Herausforderung für Steffen und Anne Blunk. Mit der Leiter und einem Zollstock sind sie in den Räumlichkeiten unterwegs und messen nach, diskutieren. Und doch kann es ganz schnell gehen, so eine Wand zu hängen, verrät Steffen Blunk. Er wird am Wochenende auch Einblick in sein Atelier gewähren. "Nicht sichtbar zu sein, ist momentan das größte Problem für Künstler", so Blunk. Obwohl auch er der Corona-Krise etwas Gutes abgewinnen kann. Zeit nämlich. "Ich habe sie sehr intensiv erlebt und in den letzten drei Monaten mehr gemalt als in den drei Jahren zuvor."
Dennoch habe es die Branche hart getroffen. So entstand auch die Idee zu "Kunst kennt keine Ausgangssperre", einer Online-Galerie. Die nun auch live zu erleben ist – unter Einhaltung aller gebotenen Regeln. Eigentlich hatte der Jahresplan eine Ausstellung von drei dänischen Künstlern in der Villa Blunk vorgesehen. Doch da die ihr Land noch nicht verlassen konnten, kommen nun die bekannten und weniger bekannten Künstler, die Blunk aus dem Atelierhaus in Berlin kennt, zum Zuge. Mit einigen von ihnen werden die Besucher auch ins Gespräch kommen können. Reizvoll finden das die Gastgeber, denn natürlich haben alle Bilder eine Geschichte, eine Intention.
Monochrom oder explosiv
Von reduziert bis farbgewaltig erzeugen sie eine enorme Spannung in den beiden Ausstellungsräumen. Auch der Flur lädt zum Betrachten ein. Steffen Blunk hat sich für die sogenannte Petersburger- oder Salonhängung entschieden. Und sich von den Künstlern mehr als eigentlich benötigt schicken lassen. "Ein Glück", findet er nun. Mit Handschuhen nähert er sich den Werken, manche liegen schon auf dem Tisch, andere noch auf dem Parkett. Vieles hängt schon an den Wänden. Mal mit, mal ohne Rahmen. Steffen Blunk spricht von einem Dominoeffekt, sobald das erste Bild hängt. Und fast ist man geneigt, ihm das nächste Bild anzureichen, mitzugestalten.
Mitdiskutieren und fachsimpeln können nun die Besucher der Verkaufsausstellung am Wochenende. Und selbst entscheiden, welche Werke sie packen. Und welche sie wieder loslassen. Hauptsache, sie berühren. Egal, wie.