Rudi Casper kann ein Lied davon singen. Der Ortsvorsteher von Frankenfelde wohnt direkt am Bahnübergang. Vor seinem Haus führt die rege befahrene Landesstraße 33 von Strausberg nach Wriezen entlang. Wenige Meter weiter brettern die Fahrzeuge – meist ungebremst – über die unebenen Gleise und sorgen mehrmals am Tag für Gläserklirren im Küchenschrank.
„Wann wird endlich der Bahnübergang Schulzendorf kurz vor Frankenfelde abgerissen und die Straße geglättet?“, fragt auch Hans-Joachim Goetze. Er schildert das Problem am MOZ-Lesertelefon. „Die Autofahrer fahren oft kreuz und quer, um eine glatte Spur zu finden. Irgendwann kracht es dort“, beschreibt der Wriezener die mehrmals erlebte Situation.
Die Deutsche Bahn hat den Personenverkehr von Tiefensee bis Wriezen im Jahr 1998 eingestellt. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) bedient die Strecke nur noch bis Werneuchen. Durch den Bau der Ortsumgehung von Wriezen wurde die Bahnstrecke außerdem unterbrochen. Die Strecke wird von Tiefensee bis Sternebeck mit Draisinen befahren. In Sternebeck gibt es eine Museumseisenbahn. Der Verein verfolgt das Ziel, einen musealen Eisenbahnverkehr auf der Strecke Sternebeck – Wriezen bis zur ehemaligen Anschlussstelle Krautwurst bei Vevais zu ermöglichen. Mittendrin würden die Bahnübergänge zwischen Frankenfelde und Schulzendorf sowie Schulzendorf und Möglin liegen, die seit geraumer Zeit nicht in Betrieb sind.
Die Nachfrage bei der Deutschen Bahn AG brachte keine Ergebnisse. „Der angefragte Bahnübergang an der Strecke Werneuchen – Wriezen befindet sich nicht mehr im Eigentum der DB Netz AG. Eigentümer ist die Wriezener Bahn GmbH & Co. Betriebs KG“, schreibt Erika Poschke-Frost, Sprecherin für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern.
Die Firma mit der postalischen Adresse: Kurfürstendamm 217, 10719 Berlin ist jedoch weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar. Auch eine Sondersuche bei der Auskunft bringt keine Ergebnisse: „Wir haben keinen Eintrag“, hieß es nach einem mehr als viertelstündlichen Einsatz. In der Stadtverwaltung Wriezen kennt man das Problem. „Wir stehen nur im postalischen Kontakt“, erklärt Bürgermeister Uwe Siebert. Seitens des Eigentümers sei nichts vorgesehen. So lautet die letzte offizielle Rückmeldung aus Berlin. Der Bürgermeister wünscht sich den Rückbau der Gleise und die Glättung der zwei Bahnübergänge, die sich beide im Gebiet der Stadt Wriezen befinden.