Die bevorstehenden Maßnahmen an der B158 wirbeln schon bevor die Baustelle überhaupt eingerichtet ist, jede Menge Staub auf. Denn: Die Maßnahme beschränkt sich nicht nur auf die Kurstadt, sondern betrifft auch umliegende Gemeinden.
So zum Beispiel befürchten die Gemeindevertreter in Prötzel, wie auf der jüngsten Sitzung klar wurde, eine deutliche Zunahme des Verkehrs in ihrem Dorf. Und das über Jahre. Gleiches gilt für die Anwohner der Umleitungsstrecke: Platzfelde, Dannenberg, Cöthen, Hohenfinow, Falkenberg und Papierfabrik. Denn für die Dauer der Bauzeit wird der Verkehr der B 158 von Berlin nach Bad Freienwalde bzw. Hohenwutzen ab Platzfelde über die L 35 und die B 167 umgeleitet. Beziehungsweise umgekehrt. Als sogenannte Entlastungsstrecke sieht der Landesbetrieb Straßenwesen die Strecke ab Werftpfuhl über die L 337 – B 168 – Prötzel – L 33 (Wriezen) und dann die B 167 vor. „Sie ist rund fünf Kilometer länger, durch weniger Ampelhalte aber weniger zeitaufwendig“, heißt es von Pressestelle. Und weiter: „Die Baumaßnahme ist eine Gemeinschaftsmaßnahmen der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, des Trink- und Abwasserverbands Oderbruch-Barnim (TAVOB) und der Stadt Bad Freienwalde. Das Verkehrskonzept wurde vom Landesbetrieb Straßenwesen mit dem zuständigen Straßenverkehrsamt, der zuständigen Polizeidienststelle sowie mit der Stadt Bad Freienwalde und der Verkehrsgesellschaft abgestimmt. Die Baumaßnahme wird unter Vollsperrung der B 158 in den einzelnen Bauabschnitten mit Umleitung des Verkehrs ausgeführt.“ Die Vollsperrung beginnt am 4. Juni. Und führt schon jetzt zu vielen Fragen in der Bevölkerung, vor allem aus der Waldstadt. „Mit der Barnimer Busverkehrsgesellschaft BBG, Betriebshof Bad Freienwalde, wurden Absprachen bezüglich der Sperrtermine, der Führung der Buslinien sowie der Umsetzung von Haltestellen getroffen“, heißt es dazu aus Hoppegarten. In die Waldstadt wird es sieben Busse geben. Wie eine Nachfrage bei der Busgesellschaft am Mittwoch ergab, fährt neben der Linie 877 auch die Linie 882 in die Waldstadt beziehungsweise nach Wollenberg. Weitere Anfahrten seien jedoch zunächst einmal nicht vorgesehen. Denn von Angehörigen älterer Menschen wurde die Kritik geäußert, das es zu wenige Busse aus der Waldstadt in die Stadt hinunter und retour gebe. Und zum falschen Zeitpunkt. So fährt der letzte Bus aus der Stadt um kurz vor 16 Uhr.
Die Baumaßnahme umfasst den Ausbau der Berliner Straße  von der Zufahrt zum OFFi in Richtung Polen auf einer Länge von rund 900 Metern. Aus Richtung Berlin ist eine sogenannte Betonsperre in Höhe der Waldstadt vorgesehen. „Der Standort wurde so gewählt, dass sowohl der Kleinbus der BBG aus Richtung Zentrum, als auch ,Falschfahrer‘ aus Richtung Werneuchen wenden können“, heißt es dazu vom Straßenbetrieb. Für die Dauer der Bauarbeiten während der täglichen Arbeitszeit wird eine Arbeitskraft mit einem Baufahrzeug in unmittelbarer Nähe zur „Betonsperre“ bereitstehen, der die Sperrung beim Eintreffen von Rettungsfahrzeugen und berechtigten Anwohnern kurzzeitig aufhebt. Aus der Problematik des Rettungsverkehrs und des Busverkehrs sowie einer zeitlich begrenzten Sicherstellung des Anwohnerverkehrs ergebe sich, dass der Baustellenbereich für den Durchgangsverkehr zwar voll gesperrt wird, aber die Baudurchführung nur halbseitig erfolgen kann. Um Anwohnern die Erreichbarkeit der Grundstücke zu ermöglichen, werde mindestens eine Notgehbahn entlang des Baubereiches hergestellt, die auch für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen geeignet sein muss.
Die Bauarbeiten erfolgen in drei Abschnitten. Dabei erfolgt der Ausbau der Fahrbahn einschließlich Anbindung aller Kreuzungen und Einmündungen, die Herstellung der Mittelinseln, der Markierung und der Beschilderung, der Sanierung von Teilen der Schmutzwasserleitung, die Erneuerung der Straßenbeleuchtung und die Erneuerung der Gehwege mitsamt der Sicherheitsstreifen, der Parkstreifen, der Fahrgastwarteflächen und die Erneuerung der Zufahrten. Zudem wird die Trinkwasserleitung verlegt, der Regenwasserkanal erneuert und alle Medienleitungen und Hausanschlüsse verlegt. „Der Bauablauf wird so gestaltet, dass während der Winterpause die Fahrbahn der B 158 wieder zweistreifig für den Verkehr freigegeben werden kann“, sichert der Bauherr zu. Die Baumaßnahme beginnt mit der Vollsperrung am kommenden Montag und kostet rund 5,5 Millionen Euro. Sie soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein.