Tausende Bad Freienwalder und ihre Gäste haben am Freitagabend und am Sonnabend das 17. Altstadtfest gefeiert. In sechs Höfen, rund um die Kirche, auf der König-, Grün- und Karl-Marx-Straße sowie auf dem Markt erlebten sie das größte Fest des Jahres der Stadt.
Bereits am Sonnabendvormittag schlenderten die ersten Besucher durch die erwachende Innenstadt. Denn die Kurstädter hatten am Freitagabend bereits das Fest eingeläutet. Wie immer blieben sie eher unter sich. Als Höhepunkt gilt der Sonnabend. Dann kommen auch Besucher von weiter her. Die Einzelhändler lockten daher am Sonnabend mit Sonderaktionen. Zu den zahlreichen Verkaufsständen gesellte sich sich auch die der städtischen Bibliothek. „Wir verkaufen Bücher, die wir ausgesondert oder geschenkt bekommen haben“, sagte Mitarbeiterin Gabi Ukley. Veräußert werden Bücher, die bei der Ausleihe nicht mehr nachgefragt werden. Mit dem Verkauf schafft die Bibliothek Platz in den Regalen und kann mit dem Erlös neue Bücher kaufen.
Viele Vereine präsentierten sich an Ständen. Der Hobbymaler Marc Fühlau bot nicht nur seine Bilder feil, sondern bemalte eine Fontane-Figur aus Kunststoff, die bisher ganz in Gelb die Tourist-Information zierte. Die Elftklässler des Brecht-Gymnasiums sammelten mit einem Kuchenbasar Geld für die Abifeier.
„Zu verschiedenen Zeiten gibt es an unterschiedlichen Orten immer etwas zu erleben. Es lohnt sich also, überall vorbeizuschauen“, beschrieb Bad Freienwaldes Bürgermeister Ralf Lehmann, was für ihn den Reiz des Altstadtfestes ausmacht. Er empfahl, den Besuch der „Grünen Höfe“ mit ihrem fast südländischen Flair, die neu dazugekommen sind und von der Grünstraße oder durch den Oderbruchwarenladen zu erreichen sind. Bei der Eröffnung freute sich das Stadtoberhaupt darüber, dass das Jugendorchester unter der Leitung von Florian Salewski den Auftakt übernahm.
„Herzlich willkommen“, hieß Ilka Krüger, seit 1. Juli Geschäftsführerin der Bad Freienwalde Tourismus GmbH, die Gäste, und begrüßte sie „bei Kaiserwetter in der schönsten Kurstadt des Landes Brandenburg.  Für sie war es das erste Altstadtfest unter ihrer Regie. „Die Vorbereitungen ziehen sich ein Jahr hin, ich bin nur hinzugekommen“, sagte sie. Die Weichen hatte noch ihr Vorgänger gestellt. Als Problemlöser für alles war Martin Koschnitzki, Eventmanager der Tourismus GmbH, ständig auf Achse. Dennoch habe sie die heiße Phase der letzten vier Wochen erlebt, so die Chefin. Wie berichtet, mussten kurzfristig Ersatzbands gefunden werden, da Wanka und Trio  Matric krankheitsbedingt absagten.
Als Zugpferd für junge Leute erwies sich die Feuerwehrgasse in der Grünstraße. „Wir teilen uns diesmal den Betrieb der Bierwagen mit den Handballern“, sagte Stadtbrandmeister René Erdmann. Dann sei es für Feuerwehr nicht so personalintensiv. Zumal sie zu Einsätzen gerufen werden kann. So musste sie am Freitag kurz vor 22 Uhr eine 2,5 Kilometer lange Ölspur entfernen, die sich von der Pfenniggasse bis zum Hammerthal zog. Erst kurz vor Mitternacht endete der Einsatz.
Freude und Leid liegen eng beieinander: Dennis Ferch und Jeannette Butschke vom „Kurstadt-Dialog“ verzichteten wegen eines Defekts auf die Technik, konnten aber mit 843 Teilnehmer bei der Abstimmung fürs Bürgerbudget das Ergebnis verbessern. Zu ihnen zählte Karin Bukatz: „Ich finde es wichtig, dass man sich als Bürger einbringt, wenn Geld für solche Projekte zur Verfügung gestellt wird.“ Als Sieger ging der Zuschuss für die Teilnahme der Jugendorchesters am Bundesmusikfest hervor.