Die für Freitagabend geplante Kranzniederlegung am Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege musste auf das Wochenende verschoben werden: Nahe des kleinen Gamensees brannte ein Harvester, der hatte gerade aufgetankt. Feuerwehren aus Dannenberg, Kruge, Falkenberg und Brunow löschten und banden ausgelaufene Flüssigkeiten. Schulter an Schulter verhinderten die Feuerwehrleute größeren Schaden.
Noch zu Beginn der Festveranstaltung waren einige Löschmänner im Einsatz bzw. der Nachbereitung und rückten später ein. Dort überbrachten der stellvertretende Ortsbrandmeister von Dannenberg bei Bremen Fritz Siemers und Johannes Wichels von der dortigen Alters- und Ehrenabteilung herzliche Grüße und Glückwünsche. Seit 1991 bestanden erste Kontakte zwischen den beiden Dannenberger Wehren, initiiert hatte sie einst der niedersächsische Wehrführer Willy Pfeifer. 1992, zum 50-jährigen Jubiläum besuchten die ersten hiesigen Feuerwehrleute die neuen Partner im Landkreis Osterholz. Seitdem entwickelte sich eine herzliche Partnerschaft zwischen den Wehren und ihren Mitgliedern. „Hier hat sich viel verändert“, sagt Fritz Siemers, „wenn ich dran denke, mit welcher Technik unsere Kameraden damals ausgerückt sind und über welche sie heute verfügen. Heute sind sie moderner ausgestattet als wir, und ihr Gerätehaus kann sich auch sehen lassen.“
Das liegt auch am Rückhalt in der Gemeinde und im Amt. Bürgermeisterin Helga Kowatzky sagt: „Die Dannenberger Feuerwehr ist eine junge dynamische Truppe mit starken und einsatzfähigen Mitgliedern.“ Und Amtsdirektor Eberhard Alberti verweist auf die 110-jährige Tradition: „Die hat sich ja quasi von einer Selbsthilfegruppe zur professionellen Feuerwehr im Ehrenamt entwickelt, das wurde auf der Festveranstaltung deutlich. Trotz mehrfachen Wechsels der Trägerschaft haben die Kameraden immer ihre freiwillige Arbeit geleistet, um ihre Einsatzbereitschaft und die der Technik zu gewährleisten.“
Mit großem Einsatz gingen die Feuerwehrleute auch in die Wettkämpfe. Nicht nur der um die Knotenstation erweiterte Löschangriff nass, sondern vor allem der historische Wettkampf hatten packende Szenen. Da mussten fünf Jugendfeuerwehrleute und fünf aus der Einsatzabteilung mit einer pferdegezogenen Handspritze den Löschangriff fahren. Den Rückweg legte dann ein Jugendlicher in einer Schubkarre zurück, die jeweils von einem Erwachsenen mit verbundenen Augen geschoben wurde. Er orientierte sich nur an den Rufen seines Passagiers.
Ruhiger, aber nicht weniger interessant ging es derweil im Gerätehaus zu, wo Kopien einmaliger Dokumente und zahlreiche Sachzeugen die 110-jährige Geschichte veranschaulichen. Vom Ledereimer über das allererste originale Mitgliederbuch der Wehr. Bis hin zur uralten Uniform von Gisela Dahme haben Dirk Mahnke und Volker Lange ungezählte Exponate zusammengetragen.