Seinem Lehrherren, dem Bad Freienwalder Brunnenbaumeister Ralph Pestke, ist das fast schon ein wenig peinlich: "Wir hatten mit Adrian Langer aus Mädewitz schon vor zwei Jahren einen Landessieger. Nicht dass jetzt die anderen Azubis denken, ohne solche Siege werde ihre Arbeit gar nicht geschätzt." Der Firmeninhaber fördert den Berufsnachwuchs konsequent und mit finanziellem Einsatz. Denn in seinem Gewerk ist mit dem Facharbeiter noch lange nicht Schluss: "Man kann und sollte sich immer weiterbilden. Manuel kann als nächstes den Lehrgang zum Bohrgeräteführer belegen und später den zum Werkpolier." Denn mit der Urkunde zum Bundessieger gab es einen Bildungsscheck über 6000 Euro, einzulösen in den nächsten drei Jahren.
Das Geld alle zu bekommen, ist bei den Kostensätzen für die Lehrgänge kein so großes Problem. Die Grundvoraussetzung ist der Leistungswille des jungen Mannes, und auf den kann Pestke bauen. Das gilt bei ihm auch für die anderen Nachwuchskräfte, bei denen die Firma die Kosten tragen muss. So hat Philipp Holtorp mit großem Einsatz den Meisterlehrgang neben der täglichen Arbeit absolviert. In einem kürzen und Vollzeitkurs zum meister befindet sich gerade Oliver Wieland, ebenfalls ein ehemaliger Azubi.
Wer die Ausbildung mit Erfolg beendet, erhält in der Firma seine berufliche Perspektive, stellt Ralph Pestke klar. 23 Leute beschäftigt er. Wenn die Bausaison wieder losgeht, stehen die großen Bohrfahrzeuge selten auf dem Hof. Pestke legt allerdings auch Wert darauf, dass die Azubis nicht im nahen Friesack, sondern im fernen Rostrup ihre Ausbildungs absolvieren: "Wir haben dort die ebsten Erfahrungen gemacht, die Jungs sind dann absolut fit."
Das zeigte sich auch beim Wettstreit: Manuel hatte kein Problem, ein Schweißßstück herzustellen, das aus einem Gewinderohr mit einem Flansch bestand. Zur Verwunderung der Kampfrichter gab er den Konkurrenten noch helfende Hinweise. In der Theorie musste er mit dem Computerprogramm DC-Bohr ein Schichtenverzeichnis erstellen, das hatte er sich am Abend zuvor noch mal angeschaut. Seine Zukunft sieht er beim Brunnenbau Pestke: "Hier bleibe ich, das ist die Zukunft."