Schon seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besteht die Eisenbahnverbindung zwischen Eberswalde und Frankfurt (Oder). Sie gehört bis heute nicht zu den schnellsten Trassen im Lande: Rund eindreiviertel Stunden benötigt die Bahn, bis sie vom Barnim einmal durch das Oderbruch gefahren ist und in der Oderstadt ankommt.
Unterwegs machen die Züge, die von der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) betrieben werden, Halt in kleinen Ortschaften wie Niederfinow, Neutrebbin oder Letschin. Zum Teil ist die Strecke nur eingleisig ausgebaut. Die Fahrplanauskünfte der Bahn AG wie auch der ODEG empfehlen im Internet teilweise, den Umweg über Berlin zu nehmen.
MOZ-Leser Klaus Hilpert aus Berlin mag sich damit nicht abfinden. "Das kann ja wohl nicht sein", ärgert sich der ehemals bei der Reichsbahn Beschäftigte über den unfreiwilligen Umweg. Hilperts Befürchtung ist, dass die traditionsreiche Bahnverbindung nun mangels Attraktivität "ihrem Ende entgegendümpelt."
Eine Nachfrage beim Streckenbetreiber Bahn AG ergibt: Die Strecke ist derzeit zwischen Eberswalde und Werbig als sogenannte Nebenbahn und zwischen Werbig und Frankfurt (Oder) als Hauptbahn gewidmet. Das bedeutet: Zwischen Eberswalde und Werbig dürfen Züge maximal 60 Stundenkilometer, auf dem verbleibenden Abschnitt bis nach Frankfurt (Oder) maximal 100 Stundenkilometer fahren. Solange die DB AG die Strecke betreibt, sei sie nicht mehr umgewidmet worden, teilt ein Sprecher des Unternehmens mit.
Klaus Hilpert wiederum meint, dass die Bahn bereits zu DDR-Zeiten "fernstreckenmäßig" ausgebaut worden sei. Er schlägt vor, sie durchgehend als Hauptstrecke zu widmen. Die Bahn widerspricht: "Der Zugbetrieb richtet sich nach den Vorschriften der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung (EBO), zum Beispiel Belastbarkeit des Oberbaus und der Bauwerke, Bahnübergänge, Sicherungstechnik an Zug und Strecke." Auf absehbare Zeit, so der Bahn-Sprecher zerknirscht, wird sich daran auch nichts ändern: Es gibt derzeit keine Ausbaupläne für die Trasse.