So berichtete die Freiwillige Feuerwehr Haselberg auf ihrer Facebookseite von dem Dilemma, das sich am späten Donnerstagabend vergangener Woche abspielte. Um 22.28 Uhr wurde die Wehr alarmiert; um 22.41 Uhr musste sie resigniert aufgeben. "Die Lage hatte sich zwar nicht bestätigt, aber es hätte ja in der Tat etwas Ernsthaftes sein können", berichtet Robert Masche einige Tage später am Telefon. Es hatte sich nicht um einen großen Gebäudebrand gehandelt, sondern um die interne Brandmeldeanlage in einem Pensionsbetrieb, die durch angebranntes Essen auslöste und den Einsatz verursachte. Die Wehren aus Wriezen, Schulzendorf und Frankenfelde waren auch alarmiert worden.
Der Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Haselberg ist sichtlich aufgebracht ob der Umstände. "Das war schon das zweite Mal, dass wir wegen eines Defektes nicht zum Einsatz konnten", sagt Robert Masche. Dieses Mal habe es an der Bremse gelegen. "Das Schutzventil hat nicht geschlossen und die Bremse löste so nicht. Das Fahrzeug konnte also nicht bewegt werden", erklärt Masche.
Dass das Löschfahrzeug der Haselberger seit Längerem eine Belastung ist, ist bekannt. Beim letzten Hauptausschuss der Stadt Wriezen vor der Corona-Krise trug eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Haselberg erneut die Dringlichkeit der Situation vor. "Wir haben des Öfteren Probleme und die Fahrzeug-Situation hat auch die höchste Priorität bei der Stadt Wriezen", erklärt Masche, der auch in der Stadtverordnetenversammlung von Wriezen sitzt.
Das derzeitige Löschfahrzeug hat 32 Jahre auf dem Buckel. Es war vor fünf Jahren als Notlösung angeschafft worden, erklärt Robert Masche. "Der Fuhrpark der Stadt Wriezen muss allgemein verjüngt werden", findet der Ortswehrführer. "Der Investitionsplan der Stadt sieht drei Fahrzeuge vor." Bevor es ein neues Fahrzeug für Haselberg gibt, muss ein gewisses Prozedere durchlaufen werden. Der Stadtbrandmeister muss eine Empfehlung, welches Fahrzeug und welcher Fahrzeugtyp angeschafft werden soll, aussprechen. Die Verwaltung fordert dann Angebote ein und die Stadtverordneten müssen die endgültige Entscheidung treffen.
Auch der Wriezener Stadtbrandmeister, Thomas Keil, ist natürlich mit der Situation in Haselberg vertraut. "Zunächst muss jetzt einmal der Schaden begutachtet werden. Was ist es und ist es reparierbar?" erklärt Keil die nächsten Schritte. Eine Fachwerkstatt sei auch schon mit dieser Überprüfung beauftragt worden. Dann müsste mit dem Bürgermeister und den Stadtverordneten abgestimmt werden, ob das Fahrzeug vorübergehend repariert werden kann und muss. Langfristig muss das Fahrzeug aber irgendwann ausgetauscht werden, das sei ihm auch klar, so Keil.
Bürgermeister Karsten Ilm sieht das ähnlich: "Wir müssen eine Verjüngung der Fahrzeuge hinbekommen", sagt Ilm. Der Altersdurchschnitt dieser sei im Wriezener Gebiet 24 Jahre. Am heutigen Mittwoch wolle er sich deswegen mit Robert Masche und Thomas Keil treffen, um zu besprechen, welcher Typ für Haselberg "schnellstmöglich" angeschafft werden solle.
Gute Qualität gefordert
Die Stadtverordneten haben im Doppelhaushalt über 500 000 Euro für neue Fahrzeuge bereitgestellt. Von den drei im Investitionsplan vorgesehenen Fahrzeugen werden zwei vom Land gefördert. Für das Löschfahrzeug für Haselberg müsste dementsprechend aus dem Haushalt geschöpft werden. "Ich rechne nicht vor 2021 mit einem neuen Fahrzeug", sagt Robert Masche. Vorstellungen von der Qualität der neuen Anschaffung hat er aber: "Definitiv nichts Gebrauchtes. Ich würde mich eventuell noch breitschlagen lassen für ein Vorführfahrzeug."