Kerstin Großkopf, Joanna Nass und Manuela Mielenz haben Kenia mit einem Lächeln wieder verlassen - einem Lächeln, das sie durch die Menschen in dem afrikanischen Land gewonnen haben. Vier Wochen haben die Frauen aus Bad Freienwalde in dem Ort Kapnyeberei - einem Dorf in den Nandi-Bergen östlich vom Viktoriasee - verbracht.
"Wir haben unsere Arbeitskraft gegeben und sehr viel mehr zurückbekommen", sagt Kerstin Großkopf. 2012 fiel der Ärztin eine Broschüre von dem Verein "Dentists for Africa" (DfA) in die Hände. "Das ist mir nicht umsonst passiert", sagt Kerstin Großkopf. Sie hatte schon mehrmals mit dem Gedanken gespielt, einen Hilfseinsatz in Afrika zu verbringen. Immerhin war sie bereits sieben Mal auf dem südlichen Kontinent.
Durch die Unruhen im Land dauerte es drei Jahre bis die Frauen ihren Einsatz realisieren konnten. In diesem Jahr war es nun soweit. "Wir mussten unsere Approbation vorweisen und wurden dann in eine von den zwölf Praxen des Vereins in Kenia geschickt", erzählt Kerstin Großkopf. Die Station in dem Dorf Kapnyeberei wurde durch Schwester Gracia geleitet. "Sie ist eine Perle und ein wunderbares Multi-Organisationstalent", schwärmt die 56-jährige Zahnärztin. Durch ihr Mitwirken verlief der Einsatz so gut wie reibungslos." Wenn auch alles "pole pole" - langsam, langsam lief, konnten Kerstin Großkopf und ihre Kolleginnen etwa 500 Patienten behandeln.
Und das war auch nötig, denn viele Kenianer können sich einen Besuch beim Zahnarzt nicht leisten. "In Kenia heißt es: "Was nichts kostet, ist nichts wert.' Deshalb haben die Patienten trotzdem einen kleinen Beitrag für das Zähneziehen gezahlt: bei Kindern 1,50 Euro und bei Erwachsenen 3 Euro", erzählt die Ärztin.
Neben der Armut spielt auch die unzureichende Infrastruktur eine Rolle für die Arztbesuche. "Mal fiel der Strom aus und mal wurde die Prothese erst abends im Dunkeln gebracht." Aufgrund der schlechten Straßenbeschaffenheit könne der Transport sich manchmal Stunden und gar Tage hinziehen, resümiert die Zahnärztin. Zudem beeinträchtigen die Witterungsbedingungen den Straßenausbau. "Es regnete fast täglich, obwohl wir dort Winter und damit Trockenzeit hatten", berichtet Kerstin Großkopf.
Unterstützt wurden die drei Frauen von einem jungen, kenianischen Zahnarzt. "Francis - in Kenia sprechen sich alle mit dem Vornamen an - stand uns als Einheimischer beiseite. Für uns war er unentbehrlich beim Übersetzen von Englisch in Swahili", erzählt Kerstin Großkopf. Beruhigt habe er die Patienten, indem er ihnen mit zwei Fingern über die Stirn strich - "das fand ich erstaunlich", sagt Kerstin Großkopf.
Aber nicht nur das. Faszinierend fanden sie und ihre Begleiterinnen auch die Disziplin der Leute. "Viele waren sehr tapfer. Es hat uns beeindruckt wie hart im Nehmen die dortigen Patienten den Behandlungsablauf über sich ergehen ließen." Und Tapferkeit war auch angebracht, denn viele Zähne mussten gezogen werden.
Aber die Arbeit der einheimischen Zahnärzte habe sich bemerkbar gemacht, denn dadurch kamen die Frauen auch dazu, Wurzelbehandlungen durchzuführen und Prothesen einzusetzen. Ein Fahrzeug machte es zudem möglich, auch in entlegene Dörfer vorzudringen.
"Am beeindruckendsten für uns war allerdings, wie dankbar die Leute waren. Sicher sind sie nicht so reich an materiellen Dingen wie wir in Deutschland. Dennoch sind sie reich, reich im Wesen und an Lebensfreude", berichtet die Zahnärztin. Bewegt haben sie und ihre Kolleginnen auch das Lachen, die Hilfsbereitschaft und Verantwortlichkeit gegenüber den Gästen.
Ein Gedanke bleibt bei Kerstin Großkopf nach der Reise hängen: "Wer ist am Ende wirklich glücklicher? Wir, denen das Lachen oft abhanden gekommen ist vor lauter Problemen oder den zuversichtlichen Menschen?" Eines steht für sie fest: "Wir haben uns anstecken lassen von dem Lachen der Menschen in Kenia. Es lebt sich leichter mit einem lachenden und offenem Herzen."