Die allererste Bürgerin, die sich das demokratische Recht der Mitbestimmung nicht entgehen lassen wollte, war Carla Baumgärtner. Die 53-Jährige traf am Freitagnachmittag ihre Entscheidung. Sie habe zwar selbst keine Idee für das Bürgerbudget gehabt, fand die Vorschläge aber gut, so die Kurstädterin.
Auch Ingrid Kabelitz war davon begeistert. Weil sie sich am Sonnabend nicht ins Getümmel stürzen wollte, gab die 82-Jährige ebenfalls am Freitag ihre Stimmen ab. Dabei verteilte sie diese auf mehrere Projekte. "Dass wir als Bürger darüber entscheiden dürfen, empfinde ich als große Ehre", meinte sie. Ihre Zustimmung fand unter anderem der Vorschlag der evangelischen Kirchengemeinde zur Unterstützung einer Ferienfreizeit nach Österreich.
Damit sorgte sie, wie andere auch, dafür, dass genau dieses Projekt auf die Top-Ten-Liste gelangte. Die stellte Dennis Ferch am Sonnabendabend auf der Marktbühne vor. Der 30-Jährige machte es spannend, in dem er die Platzierungen rückwärts von zehn bis eins vorstellte. Mit Abstand die meisten Stimmen (317) erhielt die Idee der Jahn-Fußballer. Die hatten sich für neue Fußballnetze im Jahn-Stadion stark gemacht und entsprechend viele Unterstützer mobilisiert. Auf Platz zwei kam mit 244 Stimmen die Neugestaltung des Bruchsees in Schiffmühle, gefolgt von der Verbesserung der Freilichtbühne (200 Stimmen), einer Ferienfreizeit nach Österreich (182), Bänken in der Stadt (168), einer mobilen Spiegelwand für die FKG (157), einem Fußgängerüberweg (124), einer mobilen Bühne für Altranft (119), Spielgeräten für den Spielplatz in der Melcherstraße (118) und einer Weihnachtsfeier für Bedürftige (103).
Mit der Beteiligung zeigte sich Dennis Ferch zufrieden. "Wir wollten bei der Premiere eine größere Beteiligung haben als beim Bürgerbudget in Eberswalde. Da kamen 304 Bürger von 34 000 Wählern", so Ferch.