Das Buch, das er sich zum 60. Geburtstag "gegönnt" habe, widmet Wurst seinen Söhnen Robert und Friedrich. Und allen, die ihn begleitet und inspiriert haben. "Ich lese gerne Biografien", heißt es vom Autor im Vorwort, "höre mir gern Lebensgeschichten an und habe älteren Menschen manchmal den Rat gegeben, etwas davon aufzuschreiben. Jetzt befolge ich meinen eigenen Rat." Als seine Mutter zunehmend an Demenz erkrankte, berichtet Erhard Wurst, sei es ihm wichtig gewesen, etwas von der eigenen Familiengeschichte festzuhalten.
"Es ergab sich, dass diese Geschichte weiter aufgeschrieben werden wollte. Und da ich dies gern tat und erinnernd mir so viel bewusst wurde, habe ich zunächst nur für mich Seite um Seite gefüllt, sodass unversehens ein Skript entstanden ist." Und auch, wenn manches Detail bei kritischer Durchsicht vielleicht entbehrlich erscheine, so Wurst weiter, spiegeln sich in Alltagskleinigkeiten auch die Facetten der erlebten Kultur- und Zeitgeschichte wieder. "Erinnerungen sind subjektiv, selektiv und schaffen mit ihrer individuellen Perspektive und Auswahl eine eigene Wirklichkeit. Andere werden die gleichen Situationen anders erlebt haben, in anderer Weise erinnern und noch anders deuten. Das liegt in der Natur der Sache."
In seiner Biografie berichtet Erhard Wurst über seine Kindheit und Jugend, seinen Militärdienst und die Studienzeit, seine Zeit im Predigerseminar und widmet ein eigenes Kapitel seiner Ankunft im Pfarrhaus in Altglietzen. Ausführlich schildert er auf den folgenden Seiten die Wendezeit und den Alltag im Pfarramt, aber auch das Oderhochwasser 1997. Und erzählt vom Leben in den Kirchengemeinden. "In Neutornow feierten wir zu Himmelfahrt den Gottesdienst am Feldbackofen. (...) In Neuenhagen feierten wir jährlich den gemeinsamen Einschulungsgottesdienst, denn hier stand ja auch die Grundschule. Für Altglietzen hatten wir uns den Reformationstag als regionales Ereignis ausgesucht. Und als Hohensaaten als vierte Gemeinde noch dazu kam, entdeckten wir den Johannistag neu und feierten jedes Jahr am 24. Juni einen Abendgottesdienst (...)."
Das Buch ist im Buchhandel oder beim Aufland Verlag erhältlich.