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Familie Fischer, vierköpfig mit zwei Kindern, hatte extra den Weg aus Wandlitz auf sich genommen. „Wir lieben Erntedankfeste“, so die Mutter, und in Altranft, wo sie nun erstmals waren, gefiel es ihnen ausgesprochen gut. In der Planung für den Sonntagsausflug hatte ihr Mann dieses Ziel ausgesucht. Sehr angetan waren die Barnimer Besucher wie andere Neulinge von der schönen Atmosphäre, die viele schon zu Stammgästen hat werden lassen. Und das Dorf putzt sich heraus: Liebevoll hatten etliche Bewohner vor ihren Grundstücken für passende Erntefest-Deko gesorgt. Liebevolle Gestaltung wie durch Familie Lemke gerade auch entlang der Strecke, die etwas später der große Umzug nahm.
Den Weg der über 25 Fahrzeuge, teils noch von „Fußvolk“ ergänzt, säumten unzählige Schaulustige, von denen sich Kenner schon an besonders lukrativen Punkten mit dem besten Ausblick wie zum Beispiel der kleinen Anhöhe im Schlosspark postiert hatten. Vorneweg rollte wiederum Rudi Hoffmann mit der Erntekrone, dahinter im Pferdewagen saßen die Ehrengäste, gefolgt von Reitern und dem Wagen des Traditionsvereins. Mit Pony Flocke und Ziege Prinz waren die Dorfkinder dabei, gleich dahinter marschierten als Nummer neun die Kolonisten aus Neulietzegöricke. Ein Deutz-Trecker Baujahr 1958 rollte mit den Vertretern des Heimatvereins Bralitz vor der Formation das Jugendorchesters Drezdenko, erst tags zuvor schon in Zinndorf im Einsatz, und weiteren polnischen Gästen. Auch die Jagdgenossenschaft Altranft/Sonnenburg, der Haselberger Bernd Emmerling mit seinem Lanz Bulldog und die Bad Freienwalder Dumperfreunde durften nicht fehlen. Eine besondere Augenweide außerdem der Wagen der Stephanus-Gärtnerei mit vielen schmuckvoll arrangierten Erntegaben, gleichermaßen mit Kürbissen und mehr dekoriert war der des Brandschutzvereins Altranft. Besonderen Applaus als Letzte in der Runde erhielt das Team der Hausmeisterei – schließlich waren es diese bienenfleißigen Helfer, die mit Standaufbauten und mehr ganz wesentlich schon in der Vorbereitung zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Und die am Ende beim Abbau noch mal gefragt sind.
Auf der Bühne wechselten sich polnische Musiker oder auch der Alt-Rosenthaler Chor Kariolle mit seinem internationalen Liedgut von Mazedonien bis Südamerika ab. Aus dem gleichen Dorf kommt Ute Boekholt von Samenbau Nord-Ost, die an ihrem Stand neben allerlei Honigsorten verschiedenste Arten von Tomaten präsentierte oder eben auf die ganze Vielfalt von traditionellem Saatgut hinwies. Nebenan Wanderschäferin Sandra Lehmann aus Bralitz, daneben wiederum Ramona Streich aus Manschnow mit ihren Brotaufstrichen, während am Stand von „Annelies Naturköstlichkeiten“ aus Frankfurt Jens Heine die Neugierigen zum Probieren von diversen Fruchtessigen in den Geschmacksrichtungen Aronia, Rote Johannisbeere oder Quitten aufforderte. Kosten durften auch die Gäste beim Looser Senf und Wriezener Senf. Gern ließen sich Stephanie Kopp und Benjamin Wagner die eine oder andere Probe von Peter Herbert reichen.
Während am Sprach-Stand so mancher ein paar Polnisch-Vokabeln übte, war der fünfjährige Otto unter den Kindern, die beim Apfelsaftpressen ihren Spaß hatten. Eins von diversen Mitmach-Angeboten, die gerade die kleinen Gäste lockten. Die lebende Vogelscheuche auf Stelzen drehte ihre Runden auf dem Platz, an dessen Ende so mancher ehrfürchtig vor zwei prächtigen Erntekronen stehen blieb, diese Stücke traditioneller Kunst bewundernd. Viele Festbesucher wanderten auch im Schloss von Raum zu Raum. Oben lud Ida Jochmann zum Basteln von Erntefest-Karten. Eine Offerte, die unter anderem Tobias Becker aus Wriezen gern annahm.