Die Falkenberger Feuerwehr besitzt seit Mittwochabend einen Defibrillator. Mit Hilfe des Gerätes können Schwerverletzte bei Kreislaufstillstand reanimiert werden. Kreisbrandmeister Willi Rossow und Hans-Dieter Kandzia, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, übergaben das Gerät an die Feuerwehr.
„Wir wollen nicht dem Rettungsdienst Konkurrenz machen“, sagte Willi Rossow bei der Sitzung der Amtswehrführung und der Löschgruppenführer des Amtes Falkenberg-Höhe. Vielmehr sei es zur Eigensicherung der Feuerwehrleute bei Einsätzen und beim Feuerwehrsport gedacht. Nur wenn die Feuerwehr vor dem Rettungsdienst am Unfallort ankommt und es um Sekunden geht, dürften die Feuerwehrleute den Defibrillator auch für Unfallopfer nutzen. „In anderen Landkreisen konnten damit schon Menschenleben gerettet werden“, sagte Rossow. Ziel sei es, nach und nach alle Amtsfeuerwehrenim Landkreis Märkisch-Oderland mit einem solchen Gerät auszustatten. Falkenberg-Höhe sei das elfte Amt im Landkreis, das einen Defibrillator erhält. Die Geräte, die jeweils 2000 Euro kosten, werden von der Sparkasse Märkisch-Oderland gestiftet. „Aus finanziellen Gründen kommen wir nicht schneller voran“, sagte der Kreisbrandmeister.
Als Stützpunkt für den Defibrillator sei die Feuerwehr Falkenberg gewählt worden, weil sie mit Henry Müller über einen Feuerwehrmannverfügt, der beruflich als Rettungssanitäter arbeitet, und mit dem Gerät umgehen kann. Er schlage vor, dass der Defibrillator auf dem Fahrzeug mitgeführt wird, das bei allen Verkehrsunfällen und Havarien herausfährt. Amtsbrandmeister Ingo Köhler wies an, jenes Fahrzeug damit auszurüsten, auf dem sich auch die Atemschutzgeräte befinden. Dann könne es die Feuerwehr bei möglichen Rauchgasvergiftungen einsetzen.
Der Kreisfeuerwehrverband habe sich der Initiative „Kampf dem Herztod“ angeschlossen, erklärte Hans-Dieter Kandzia, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Märkisch-Oderland. „Ich wünsche, dass ihr das Gerät nie einsetzen müsst“, sagte Kandzia.Auch die bisher ausgelieferten Defibrillatoren mussten glücklicherweise nie benutzt werden. Es handele sich um einen Defibrillator wie er auch auf Bahnhöfen und an deren öffentlichen Plätzen zur Verfügung steht und sei auch ohne medizinische Ausbildung zu bedienen.
Das Gerät könne auch von Laien genutzt werden, ergänzte Rossow. Die Ersthelfer brauchten keine Angst zu haben, Fehler zu machen. Ein eingebauter Sprachcomputer gibt mündliche Anweisungen über die Verwendung. Das Gerät prüfe selbstständig, ob eine Defibrillation überhaupt notwendig sei. Wenn noch Herzschläge zu spüren sind, löst der Defibrillator den Stromstoß nicht aus.
Rossow mahnte die Feuerwehrleute, mit dem Material sorgsam umzugehen. Die mitgelieferten Pads, die auf dem Oberkörper aufgeklebt werden, sind Einwegmaterial und sollten nicht zu Übungszwecken verwendet werden, weil sie sehr teuer seien. Eine Feuerwehr im Landkreis habe eine First-Response-Truppe gebildet, die speziell für die Bedienung des Gerätes ausgebildet sei, sagte der Kreisbrandmeister und betonte, dass er davon nichts halte. Die Feuerwehren sollten sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und die Erste Hilfe vor allem dem Rettungsdienst und seinen Fachkräften überlassen. Nur im äußersten Notfall sollten sie das Gerätbei Unfällen einsetzen.
„Wir sehen es als Belohnung an, weil wir so eine tolle Truppe geworden sind“, freute sich Ingo Köhler.Dazu passe auch die entsprechende Ausrüstung.
Unscheinbares Gerät mit großer Wirkung: Hans-Dieter Kandzia, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, überreicht Roy Gehrke und Henry Müller (von links) von der Falkenberger Feuerwehr einen lebensrettenden Defibrillator. Foto:MOZ/Steffen Göttmann