Schulleiterin Sybille Reiniger sieht das genauso. "Das Schulessen ist kalt und matschig", bestätigt sie "Es gibt Standards für die Schulverpflegung, die eingehalten werden sollten." Pro Essen müssten 3,75 Euro gezahlt werden. Das Essen komme sonst in großen Behältern und werde von einer Servicekraft, die der Essensanbieter stellt und im Preis inbegriffen ist, an die Schüler verteilt. "Ich habe die Werbetrommel gerührt für das Schulessen", fügt Sybille Reiniger hinzu. Nun fühle sie sich getäuscht. "Wir bezahlen den vollen Preis, bekommen aber nicht die volle Leistung."

Frust über Müllberge

Die Schulleiterin ärgert sich zudem über den vielen Müll. Nachtisch und Suppe seien in Polysterolverpackungen, die in der Mülltonne landen. Die Schule ist noch nicht wieder voll in Betrieb. Wegen der Qualität des Essens sei die Zahl der gelieferten Mahlzeiten von 26 auf zehn gesunken, sagt Sybille Reiniger. Und ergänzt: "Zuerst habe ich das Essen ausgegeben, dann der Hausmeister." Inzwischen habe der Bürgermeister angewiesen, dass die Schulsekretärin die Ausgabe stemmt. Weil die aber zu viel zu tun habe, sprang Schulsozialarbeiter Till Grüning ein. "Mich nervt, dass die Stadt nicht reagiert, sie bekämpft nur die Symptome", sagt Grüning.
"Das Essen ist ein Problem", hieß es von der Grundschule Neuenhagen. Wenn ein anderes Essen geliefert werde, als sich die Kinder gewünscht hätten, dann sei der Ärger groß.  "Wir sind froh, dass wir täglich nur zwischen zehn und 14 Essen haben, denn die Lehrer müssen sie verteilen", so Birgit Schellhase, Schulleiterin der Fontane-Grundschule. Sonst seien es um die 70 Essen.

Großküchen vor Insolvenz

"Wir stehen im engen Kontakt mit dem Essenanbieter", sagt Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU). Denn die Stadt handelt den Vertrag für alle Schulen aus. Wegen der geringen Nachfrage sei die Küche am Weidendamm geschlossen, das Essen werde aus Eberswalde gebracht.
"Bei uns gehen normalerweise täglich 1600 Essen raus, zurzeit sind es 150", sagt Daniela Salzmann, Geschäftsführerin des Berufsbildungsvereins (BBV) Eberswalde. "Wir können bei so wenig Bestellungen nicht anderthalb Stunden lang eine Servicekraft stellen." Dies lohne sich nicht, zumal, sich alle Mitarbeiter in Kurzarbeit befinden. Ans Gymnasium liefere der Betrieb nur drei Essen
Der BBV, einer von 120 Schulversorgern des Landes, sei Mitglied im Verband Deutscher Schul- und Kitacaterer, der Mitte Mai in einem Schreiben an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ein Nothilfeprogramm gefordert  habe. Seit 18. März nehmen die Unternehmen nichts mehr ein. Weil täglich 125 000 Essen ausfallen seien 2200 Arbeitsplätze akut gefährdet. Viele planten. noch vor den Sommerferien Mitarbeitern zu kündigen. "Ohne direkte Hilfen bleiben die Küchen für immer kalt", so der Verband.