„Ich wohne gegenüber den Werkstätten und blicke von meinem Balkon in die Küche“, sagte Ingrid Dembinski, die viele der behinderten Beschäftigten der Stephanus-Werkstätten kennt. Die Seniorin, die früher Kinderkrankenschwester zuerst in Bad Freienwalde, dann in Wriezen war, leidet unter einer Krankheit. Sie freute sich, bei dem Essen mit anderen Menschen in  Kontakt zu kommen. Es sind ganz unterschiedliche Gründe, warum die Menschen zusammen gekommen sind. „Wir feiern in diesem Jahr kein Weihnachten, weil mein Vater gerade gestorben ist“, so Stefan Noack. Eine Frau hat gerade zwei Angehörige verloren. Mit dabei waren Mitarbeiter und Beschäftigte der Werkstätten. Einige kamen auf Einladung, andere aus freien Stücken. „Wir haben bewusst seelisch Bedürftige eingeladen“, betonte Roman Bourwieg, Leiter der Stephanus-Werkstätten. Auch Menschen, die ein gutes Einkommen haben, könnten sich trotzdem einsam fühlen. Sie seien genauso willkommen. Als Veranstalter zeichneten das Bürgerforum Kurstadt-Dialog, die Stephanus-Werkstätten, der Verein zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung (VFBQ), die Diakonie Oderland-Spree, die Evangelische Kirchengemeinde Bad Freienwalde und die Stadt verantwortlich. Zehn Mitarbeiter der Werkstätten arbeiteten unter der Leitung von Küchenchef Matthias Drenske ehrenamtlich in der Küche, in der sie 100 Portionen zubereiteten. Sie kreierten eine leckere Karotten-Ananas-Curry-Suppe, servierten Entenkeule mit Klößen, Kartoffeln und Rotkohl sowie einen Nachtisch. „Die Suppe haben wir selbst gekocht,  beim Hauptgericht arbeiteten wir mit dem Berufsbildungsverein zusammen“, sagte Roman Bourwieg. Ein Menü übersteige die Kapazität der Küche.
Ferner halfen sieben Ehrenamtliche der Kirchengemeinde, wie der Konfirmand Tobias Luttenberger (13),  und fünf von der Diakonie aus. Sie deckten Tische, servierten Essen, räumten die Teller ab und suchten das Gespräch mit den Gästen. „Wir haben uns freiwillig gemeldet, um zu helfen“, sagte Madlen Teichert, die bei der Tagespflege „Königshöhe“ der Diakonie arbeitet.
Bürgermeister Ralf Lehmann und seine Frau Doris halfen im Namen der Stadtverwaltung, Jeannette Butschke und Dennis Ferch vertraten den Kurstadt-Dialog sowie Irmgard Roth den VFBQ. Zu den Helfern gesellte sich Katharina Förster, die sich spontan bereit erklärt hatte, Lieder auf der Gitarre zu spielen und mit den Gästen zu singen. Kirchenmusikerin Sieglinde Strecke spielte Klavier.
Nur zwei Wochen Zeit hatten die Veranstalter, um die Feier auf die Beine zu stellen. Die Finanzierung war nicht klar. Die Feier im Vorjahr sei mit der 2000 Euro-Spende von Bad Pyrmonter Radlern unterstützt worden, sagte Dennis Ferch. Daher blieb dafür eingeplantes Geld aus dem Bürgerbudget übrig, das sei für diese Feier verwendet worden. Die Veranstalter wollen das Essen für „seelisch Bedürftige“ fest installieren. Es soll immer am Sonnabend vor dem vierte Advent sein.