„In welchem Bus ist noch Platz?“, „Kannst Du mal kurz kommen.“ – Dennis Ferch ist am Freitagabend gefragt. Vor der Kirche versammeln sich die Teilnehmer der diesjährigen Jugendfreizeit der evangelischen Kirchengemeinde. Eltern warten auf die Abreise. Im Gotteshaus prüft Pfarrer Björn Ferch, ob alle ihren Personalausweis und die Krankenkarte dabei haben. Die Datenschutzerklärung muss unterschrieben werden. Nichts soll die Reise trüben. Die führt die 34 Jugendlichen und sechs Betreuer nach Österreich, nach Radstadt, nahe Salzburg. Zirka 1000 Kilometer liegen vor ihnen.
Im Vorfeld gab es viel zu organisieren. Unter anderem die fünf Kleinbusse, teils von Institutionen bereit gestellt, teils angemietet. Die Finanzierung musste geregelt werden. Schließlich stehen rund 30 000 Euro nicht einfach mal so zur Verfügung. Jeder Teilnehmer trägt 450 Euro. Der Rest wird über Spenden, Gelder der Kirchengemeinde und aus dem Bad Freienwalder Bürgerbudget gedeckt. Nicht zuletzt galt es, Betreuer zu finden. Carola Weidlich, Christina Grimmiger, Denny Lenz und Kreisjugendpfarrer Robert Parr haben sich dazu bereit erklärt und nun mit Dennis und Björn Ferch ein wachsames Auge auf die Jugendlichen.
„Hallo Prinzessin“, ruft Dennis Ferch plötzlich und umarmt zur Begrüßung Anna-Lena Krisinger. Die 16-Jährige strahlt. Sie kommt aus Beeskow und hält eine riesige Zucchini in der Hand. Für die Verpflegung vor Ort. Auch ihr Bruder Paul-Willi ist dabei. Beide freuen sich auf die Zeit. Auch weil sie Geburtstag feiern – am 3. August. Beide. Nur Paul-Willi ist ein Jahr jünger als seine Schwester. Geburtstag haben während der Fahrt gleich vier Teilnehmer. Den Anfang macht am Freitag Fabian Genzmar. Die Glückwünsche aller, untermalt mit dem Kanon „Viel Glück und Segen auf all deinen Wegen“, bekommt der 16-Jährige während der Reiseandacht.
Mit Liedern, die Robert Parr auf der Gitarre begleitet, und dem Gebet halten die Teilnehmer noch einmal inne, bevor sie aufbrechen auf ihre Reise. Die steht unter dem Slogan „Dem Himmel so nah“. Wie passend. „Unser Haus liegt 1200 Meter über dem Meeresspiegel“, schickt Björn Ferch voraus und glaubt, dass sich alle in Österreich, auf ihren Wanderungen auf die Suche nach sich selbst und nach Gott begeben und dabei Spuren feststellen werden. Beim Abschlusslied halten sie sich aber an den Text und singen: „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“. Den Segen spricht schließlich Carla Baumgärtner von der Kirchengemeinde – als eine, die hier bleibt und sich wünscht, alle am 11. August wieder gesund begrüßen zu können. (hei)