Mit einer Schürze und zwei Tellern in der Hand verteilte Dennis Ferch am Sonnabend Essen im Saal der Stephanus-Werkstätten in der Beethovenstraße. Nach der Vorsuppe gab es den Hauptgang: Ente mit Rotkohl und Klößen. "Die Idee zu diesem Essen ist im Rahmen des Bürgerbudgets entstanden", berichtete Dennis Ferch. "Das Geld aus dem Bürgerbudget kommt hier den Bürgern direkt zugute. Ich freue mich sehr, das sie dafür gestimmt haben."
Ihm haben es die über einhundert Menschen, die am Sonnabend das Festmenü genossen haben, zu verdanken, dass die Idee überhaupt aufkam. Die Umsetzung lag dann in vielen Händen: Beteiligt waren die Stadt Bad Freienwalde, der VFBQ, die Evangelische Kirchengemeinde, die Diakonie OLS und die Stephanus gGmbH. "Die Idee ist großartig", wertete Werkstatt-Leiter Roman Bourwieg. Auch er hatte, wie seine Kollegen, von denen sich viele freiwillig zu diesem Anlass gemeldet hatten, eine Schürze um und bediente die Gäste. "Ihr seid willkommen", sollte das Signal sein, dass alle Beteiligten an die Teilnehmer der Weihnachtsfeier aussenden wollten. Eingeladen waren Bürger der Stadt und aller Ortsteile, die alleine sind oder sich alleine fühlen, oder denen schlicht das Geld für solch ein Menü fehlt.
"In die leuchtenden Augen zu sehen gibt auch mir etwas", sagte Roman Bourwieg. Er würde sich freuen, wenn sich die Feier etablieren würde. "Meine Mitarbeiter haben signalisiert, dass sie mithelfen würden, auch wenn sie am 1. oder 2. Weihnachtsfeiertag stattfinden würde." Das ist auch der eigentliche Plan von Dennis Ferch gewesen. Außerdem wünscht er sich, dass es eine große Feier geben könnte, an einem Ort.
Am Sonnabend wurde an zwei Orten gefeiert - zum einen in der Beethovenstraße und zum anderen in der Wasserstraße. Da servierten Irmgard Roth vom VFBQ und Bürgermeister Ralf Lehmann das Essen. Dort gab es Gänsekeule mit Rotkohl und Klößen. 80 Portionen hatten die fleißigen Frauen in der Küche vorbereitet. Um 11.30 und um 13 Uhr wurde in der Kantine im GIBBZ in gleich zwei Durchgängen gegessen. "Das ist eine super Idee und es schmeckt sehr gut", sagte ein junger Bad Freienwalder, der regelmäßig in der Kantine essen geht.
"Unter unseren Gästen heute waren viele Kantinen-Esser aber auch Rentner", sagte Irmgard Roth, die alle Anwesenden begrüßte und an den Anlass erinnerte. "Den vergessen wir oft. Die Adventszeit hat etwas mit Freude, mit Liebe und Hoffnung zu tun und nicht mit Kommerz", sagte die Chefin des VFBQ Bad Freienwalde.
Auch sie sprach sich, genau wie der Bürgermeister und alle anderen Beteiligten, für eine Fortsetzung die Weihnachtsfeier im nächsten Jahr aus. "Wir planen, das dauerhaft zu etablieren", sagte Ralf Lehmann. "Für alle, die das Bedürfnis haben."