Anlässlich der Kulturland-Brandenburg-Kampagne „Spurensuche in historischen Stadtkernen“ stellt Bad Freienwalde die Alte Post in den Fokus. „Die Post als gebaute Kommunikation – Vergangenheit, Heute, Zukunft“ lautet das Motto.
Die ehemalige Post in der Karl-Marx-Straße befindet sich seit Jahren im Dornröschenschlaf. Nach dem Willen der Stadt sollen das Gebäude und ein geplanter futuristischer Anbau bald einer neuen Funktion übergeben werden. Vorerst steht das historische Bauwerk bis aufs Erdgeschoss leer – für  die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das ändert sich ab Sonnabend für zwei Wochen. Besucher können dann im Obergeschoss dem morbiden Charme der achtziger Jahre nachspüren und zugleich die Ergebnisse einer Kunstaktion erleben.
„Vor dem Gebäude werden drei Stelen errichtet, die über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Gebäudes informieren. Die dreieckigen über zwei Meter hohen Objekte werden am 13. Oktober um 10 Uhr übergeben“, berichtet Astrid Goschin von der Stadtverwaltung. Sie hatte zudem die Idee, die Kulturland-Kampagne mit einer Kunstaktion in der Post zu begleiten und stellte den Kontakt zu den Grenzland-Fotografen her.
Sieben Fotografen des Künstlerkollektivs haben sich dort auf Spurensuche begeben. Seit Mitte Juli fanden erste künstlerische Arbeiten in den Räumen der Post statt. Die Zimmer können mit ihren übergebliebenen Fragmenten Geschichten über die einstige Nutzung erzählen. Ob es nun ein altes Telefon, eine stehen gelassene Schreibmaschine oder die alten Gardinen sind, sie alle wurden zu Objekten der Betrachtung der Fotografen und ins Ausstellungskonzept einbezogen. Vorgefundene Gegenstände und Situationen wurden dokumentarisch aufgearbeitet oder zum Anlass der künstlerischen Auseinandersetzung. Die Räume bildeten den szenischen Rahmen für fotografische Inszenierungen.
Nicht zuletzt ist der Ort bestens für die sogenannte Lost Places-Fotografie geeignet. Es ist ein Zeitdokument entstanden, das durch die in den nächsten Jahren vorgesehene Sanierung und Umnutzung des Gebäudes so nicht mehr erlebbar sein wird. Die Ergebnisse dieser künstlerischen Auseinandersetzung werden in einer Fotoausstellung unter dem Titel „post:skriptum“ vom 15. bis 29. Oktober  täglich von 13 bis 16 Uhr in der Post zu sehen sein. Die Ausstellungseröffnung ist am Sonnabend gegen 10.30 Uhr vorgesehen. „Wer mehr über die Geschichte der Stadt erfahren will, kann sich unserem Stadtrundgang „Stadtsanierung: Start 1991/1994 – der Weg – das Erreichte“ anschließen“, empfiehlt Jan Oehler von der DSK, Sanierungsträger der Stadt. Der etwa zweistündige Spaziergang mit ihm startet um 12 Uhr vor dem stadtbildprägenden Wohn- und Geschäftshaus Königstraße 19. Weiter geht es über die Judentreppe, den Synagogenplatz, die Fischerstraße, vorbei an der ehemaligen Post zum Bahnhof. Dort soll die Sanierung des Bahnhofs zum Mehrgenerationenhaus und Quartierstreff gegen 14 Uhr vorgestellt werden.