Ernst-Otto Denk, promovierter Augenarzt und Mitbegründer des Heimatbuchs "Viadrus", hat in einem Brandbrief an die Märkische Oderzeitung auf die Situation hingewiesen. "Ich bin der Meinung, dass es auf keinen Fall zu einer Auflösung beziehungsweise Liquidation kommen darf", erklärte Denk. Schließlich verdanke es die Stadt Bad Freienwalde dem Bemühen von Landrat Gernot Schmidt (SPD) und der stellvertretenden Vorsitzenden Anna Teut, dass das notwendige Geld zusammengekommen sei, mit dem das Teehäuschen vor dem Verfall gerettet werden konnte. "Damit überlebte eines der wertvollsten architektonischen Kleinode der Kurstadt des 18. Jahrhunderts", betonte Denk. "An eine Auflösung des Vereins sollte nicht einmal gedacht werden", appellierte er.
Es bleibe die hohe Aufgabe des Freundeskreises, das begonnene Werk weiterzuführen. "Viele Kurstädter erinnern sich an die Zeit des Kommunismus in Freienwalde, wo sich unter dem Dach des Teehäuschens Kulturinteressierte zusammenfinden konnten, die nicht unbedingt einer Parteilinie folgen wollten", erklärte er. Der Freundeskreis sehe als seine Aufgabe an, Reinhard Schmook zu unterstützen, der unter anderem als Leiter des Oderlandmuseums, Schloss-Kastellan, Kurator der Albert-Heyde-Stiftung und Mitglied der Walther-Rathenau-Stiftung hohe Verantwortung an der Entwicklung der Kultur der Stadt trägt. Daher benötige er Hilfe.
Hinrich Enderlein, Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Freienwalde, bestätigte, dass er die mögliche Auflösung des Vereins zur Diskussion gestellt habe. "Es ist uns nicht gelungen, in Bad Freienwalde die entscheidende Basis zu finden", sagte Enderlein, der von 1990 bis 1994 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg war. Der Freundeskreis hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Teehäuschen nach der Restaurierung mit Leben zu erfüllen.
Anna Teut sei zudem enttäuscht, dass jeweils nur eine Handvoll Einheimische den Weg zu hochkarätigen Veranstaltungen im Teehäuschen gefunden hätten. "Wir haben sechs Jahre gehandelt, haben es sehr gerne gemacht", sagte Enderlein. Aber das Interesse der Bad Freienwalder sei offensichtlich zu gering. Von seinem Wohnort Kleinmachnow aus sei es auf Dauer nicht zu machen. Daher wolle er sich als Vorsitzender zurückziehen. Auch Anna Teut, Jahrgang 1926, könne von Berlin aus den Verein auf Dauer nicht leiten.
Enderlein wünscht sich, dass sich Akteure der Region finden, die den Verein am Leben erhalten. Die Liquidation wäre lediglich die Ultima Ratio. Ernst-Otto Denk ruft daher die Bürger auf, sich als Mitglieder werben zu lassen. Auch aus dem Rathaus der Kurstadt und den Stadtverordneten heraus wünsche er sich mehr Unterstützung für den Freundeskreis.