Die ersten Schwalben sind zurück. Als erster habe sich Willi Maske aus Neuranft Anfang April gemeldet, berichtet Gisela Ziehm. Auch durch ihren Garten in Schiffmühle sausen schon die ersten Exemplare. „Ziemlich früh“, wie Gisela Ziehm findet. Die frühere Vorsitzende des Ortverbandes „Oberbarnim“ des Naturschutzbundes freut sich über die Sommerboten. Um möchte ihnen unter die Flügel greifen.
Dazu gibt es eine Aktion des Naturschutzbundes. Unter dem Titel „Schwalben willkommen“ werden Hauseigentümer ausgezeichnet, die die kleinen Flugkünstler an ihren Häusern und auf ihrem Grundstücken dulden. So wie Willi Maske, der bereits vor langem die Plakette erhalten hat und sich seit vielen Jahren dafür einsetzt, das Schwalben einen Lebensraum auf seinem Hof finden. Dazu gehört aus Sicht von Gisela Ziehm nicht viel: Ein Kotbrett unter dem Nest, eine Pfütze auf dem Hof und ein Blühstreifen, auf dem Pflanzen bis nach der Blüte stehen bleiben dürfen. Denn das ständige Mähen sei ein Feind der Insekten, die auch als Nahrungsgrundlage für die Schwalben dienen. „Darüber hinaus natürlich auch die in der industriellen Landwirtschaft eingesetzten Insektizide“, kritisiert Gisela Ziehm. Wichtig ist ihr jedoch, das jeder etwas tun kann, um den Lebensraum Garten so vielfältig wie möglich zu gestalten. Nicht nur für die Schwalben, aber eben auch.
Bei der Rauchschwalbe, die ihre Nester meist in Ställen und Scheunen anbringt, verringerte sich der Bestand so stark, dass sie in die Rote Liste der gefährdeten Arten Brandenburg aufgenommen wurde. „Wurden 1996/1997 noch 150 000 bis 300 000 Brutpaare gezählt, waren es 2005/2006 nur noch 50 000 bis 100 000. Aktuell geht man für ganz Brandenburg von einem Bestand von gerade einmal 37 000 bis 55 000 Brutpaaren aus“, heißt es dazu vom Naturschutzbund Brandenburg. Auch bei der Mehlschwalbe bewege sich der Trend in eine negative Richtung: Hier gehen die Naturschützer von 42 000 bis 65 000 Brutpaaren aus.
In diesem Jahr will der Nabu-Ortsverband „Oberbarnim“ wieder Schwalbenfreunde auszeichnen. Dazu können sich Interessierte bei Gisela Ziehm melden – aber auch, wenn sie Fragen haben, Bauanleitungen für Nisthilfen brauchen oder mehr zum Schwalbenschutz erfahren wollen.
Gisela Ziehm, Nabu-Ortsverband „Oberbarnim“, Telefon 03344 330408.