Vor etwa 15 Jahren hätte sich Ruth Naumann nicht träumen lassen, dass sie ihre Brötchen einmal mit Brötchenbacken verdient, mit Koch- und Backkursen und Beratung zur gesunden Ernährung, ja sogar zur Körper- und Schönheitspflege. Die gebürtige Oderbrücherin ist eigentlich Bauingenieurin, war zur Jahrtausendwende Leiterin der Eberswalder Beton- und Baustoffprüfung GmbH.
"Ich hatte großen Spaß an meiner Arbeit", betont Ruth Naumann. Der Wechsel in eine völlig andere Branche hatte private Gründe. Das Schlüsselerlebnis war eine Fastenkur, wodurch sich ihr allgemeiner Gesundheitszustand verbessern sollte.
"Ich hatte eine Hauterkrankung, die ewig nicht besser wurde", erinnert sich Ruth Naumann. Medikamente konnten zwar den Juckreiz lindern, aber sie war auf der Suche nach der Ursache. Dann las sie ein Buch des bekannten Arztes Dr. Max Otto Bruker mit dem Titel "Unsere Nahrung - unser Schicksal", in dem der Verfechter der Vollwerternährung über Ursachen und Heilbarkeit ernährungsbedingter Zivilisationskrankheiten aufklärt. Bei dieser Ernährung orientiert man sich daran, wie die Menschen früher gegessen haben, als es noch keine verarbeiteten Lebensmittel im Supermarkt zu kaufen gab. Dieses Buch hat Ruth Naumann förmlich verschlungen. Sie bekam ein völlig neues Bewusstsein für die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit und sie beschloss, es selbst einmal auszuprobieren.
"Ich habe jeden Tag ein Frischkornmüsli zubereitet", erzählt Ruth Naumann. Ihr Mann sagte gleich: "Das esse ich aber nicht!", erinnert sich die 57-Jährige und lacht. Doch sie konnte bald auch ihn überzeugen. Nach nur drei Wochen waren die Hautprobleme Vergangenheit. "Dabei habe ich gar nicht so viel verändert." Besonders begeistert aber waren Ruth Naumanns Arbeitskollegen in der Baufirma. "In der Mittagspause haben wir zusammen Brot gebacken. Meine Kollegen waren ganz wissbegierig."
Ruth Naumann ließ das Thema gesunde Ernährung nicht mehr los. Sie wollte mehr darüber erfahren und ihr Wissen weitergeben. Also entschied sich die Ingenieurin für eine Ausbildung zur Gesundheitsberaterin am Lahnsteiner Zentrum für Gesundheit und ganzheitliche Lebensweise der Dr.-Max-Otto-Bruker-Stiftung. Drei Jahre lang fuhr die angehende Gesundheitsberaterin, die zu der Zeit noch in Eberswalde wohnte, regelmäßig für Seminare nach Lahnstein. Zwischendurch lernte sie zu Hause, wie bei einem Fernstudium. "Das war viel Arbeit", erzählt Ruth Naumann. "Aber mein Mann hat mich bestärkt und mir den Rücken frei gehalten, damit ich immer mal wieder eine Woche zum Seminar nach Lahnstein fahren konnte." Nach drei Jahren durfte sich Ruth Naumann 2005 schließlich ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin nennen. Im gleichen Jahr erfolgte auch der Umzug mit ihrem Mann von Eberswalde nach Ackermannshof. Noch zwei weitere Jahre arbeitete Ruth Naumann in der Baufirma bis sie 2007 ganz aufhörte. Als Gesundheitsberaterin hatte sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein zweites Standbein aufgebaut.
"Ich mache das nicht, um Geld zu verdienen", räumt sie ein. Ruth Naumann geht es vor allem darum, Menschen auf ihrem Weg zu einer bewussteren Lebensweise zu begleiten. Zunächst bot sie Kurse an der Volkshochschule an, fand aber schnell heraus, dass sie ihre Kursteilnehmer lieber bei sich zu Hause empfängt, wo sie einen Beratungsraum im Dachgeschoss eingerichtet hat. In der großzügigen Küche wird gekocht und gebacken. Bei der Schönheitsberatung werden Gesichtsmasken und Peelings angerührt und selbst ausprobiert.
Kontakt: 033451 55011. Termine für Vorträge und Seminare gibt es nach Vereinbarung.