Erst am vergangenen Mittwoch kritisierte Joachim Fiedler, Fraktionsvorsitzender der Linken der Stadtverordnetenversammlung, im Hauptausschuss die wachsenden Sperrmüllberge. Der Grund sei oft, dass Leute aus ihren Wohnungen ausziehen und nicht rechtzeitig die Sperrmüllkarte verschicken. Daher stehe der Müll wochenlang auf der Straße. Der Entsorgungsbetrieb erkläre sich für nicht zuständig.
"Wenn Sperrmüll nicht angemeldet wurde, ist er illegal abgestellt. In dem Fall ist die Zuständigkeit eine andere", erklärt Peggy Thräne, Abfallberaterin beim Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland. Für ordnungswidrig abgestellten Unrat sind dann das Umweltamt in Seelow oder die Stadt Bad Freienwalde verantwortlich. Von dem jüngsten Sperrmüllberg hatte das dort ansässige Ordnungsamt jedoch keine Kenntnis. "Über Hinweise zu Müllhaufen sind wir immer dankbar", sagt Jens Schmoldt, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung.
Als die Mitarbeiter vom Ordnungsamt sich vor Ort überzeugten, fanden sie allerdings nur noch ein paar Fahrradreifen, Steckdosen und einen Skistock. Um diesen verbleibenden Dreck kümmert sich der Städtische Bauhof, sagt Jens Schmoldt.
Wie die Recherche ergab, ist der Sperrmüll bereits am vergangenen Freitag durch die Alba Süd-Ost-Brandenburg entsorgt worden. "Die Schrankwand in der Friedenstraße war zur Entsorgung angemeldet", sagt Peggy Thräne. Den Abholtermin gibt Alba üblicherweise eine Woche vorher bekannt. Allerdings sollte der Müll frühestens am Vorabend oder zum Termin bis spätestens morgens 6 Uhr rausgestellt werden, betont die Abfallberaterin. "Wer seinen Unrat eine Woche vorher auf die Straße stellt, handelt gesetzeswidrig", sagt sie. Meist könne man zusehen, wie der Berg dann wächst. Im Schutz der Dunkelheit gesellt sich oft weiterer Unrat dazu.
Sperrmüll muss vier Wochen vorher zur Abholung angemeldet werden. Telefon: 033456 47920
Sperrmüllhaufen in Bad Freienwalde nehmen zu / Bürger ignorieren häufig Abholtermine