Gebannt sitzen sie um die Bildschirme der drei Computer versammelt, schieben Bild- und Textelemente hin und her, beratschlagen konzentriert über Feinheiten der Anordnung. Ein Kalender für das Jahr 2013 soll es werden, woran jetzt zwei Tage in der Bildungsstätte Schloss Trebnitz engagiert gearbeitet wurde. An sich noch nichts Ungewöhnliches, wäre das Ganze nicht ein deutsch-polnisches Gemeinschaftsprojekt und die Akteure im Alter von zumeist um die 14 Jahre.
Schon das fünfte Jahr in Folge geben das Bertolt-Brecht-Gymnasium Bad Freienwalde und seine Partnerschule im polnischen Mieszkowice ein solches Werk heraus. Zum halbrunden Jubiläum ist diesmal neu, dass die im Kunstunterricht entstandenen Bilder während des Produktionsprozesses auch von den Schülern selbst eingepasst, Layout und alles andere in Eigenregie gestaltet werden.
Jeweils sieben Mädchen aus beiden Schulen hatten sich dazu mit ihren Betreuern, seitens des Brecht-Gymnasium Lehrer Torsten Tramm, am Donnerstag und Freitag in Trebnitz zusammengefunden. "Es war nicht alles seit Anbeginn ganz einfach, aber es hat funktioniert", zog Tramm am Freitagvormittag eine positive Zwischenbilanz. Die Chemie zwischen den Teilnehmern stimme, nur technisch waren einige Hürden zu nehmen. Denn für die notwendigen polnischen Schriftzeichen seien die Computer mit ihrer Software nur bedingt gerüstet.
Ähnlich sehen das die Schülerinnen. "Gerade anfangs hatten wir mit der Technik Schwierigkeiten, haben uns aber dann daran gewöhnt", so Juliane Pfäffle, wie Stefanie Nickel Elftklässlerin. Damit sind die beiden aber die Ausnahme, der Rest der Gruppe kommt aus der 8. Klassen, bei den Polen sind auch einige Siebtklässler dabei. "Eine Sprachbarriere gibt es, aber wir machen das Beste draus", erzählt Stefanie unter dem Nicken der anderen Mädchen.
Yola Meisel berichtet, wie anfangs in getrennten Gruppen Texte vorbereitet und Zeichnungen ausgesucht wurden: "Schade, dass nicht alle Bilder reinpassen", findet Anne Thiele. Sie bestätigt, was auch Torsten Tramm als Problem sieht: "Zwei Tage für all die Arbeit sind ziemlicher Zeitdruck."
Schulleiterin Kristina Doerschel und die anderen Beteiligten sind aber froh, nicht nur in Schloss Trebnitz einen geeigneten Gastgeber für das Projekt zu haben, sondern auch, dass die Euroregion Pro Europa Viadrina Fördermittel bereitstellte. Wie in den Vorjahren, kündigt Torsten Tramm an, soll der Kalender zum Altstadtfest vorliegen. Gerade voriges Jahr waren die 150 Exemplare schnell vergriffen. Auch in Mieszkowice ist Präsentation beim dortigen Stadtfest.