"Der Führungswechsel war lange geplant", sagt Charlotte Martens. Sie selber sei bereits im Januarmit dem Ziel eingestellt worden, dass sie im Sommer die Leitung des Kindergartens von Christine Palm übernimmt, die sich beruflich neu orientieren wollte. Für die neue Chefin ist klar, dass sich etwas ändern wird. "An den großen Eckpunkten halten wir aber fest. Wir bleiben Naturkindergarten und legen wert auf Bildungsarbeit", betont Charlotte Martens.
Neben der Chefin haben mit Beatrix Pfänder und Marc Hufnagel mit Zusatzausbildung als Wildnispädagoge, zwei neue Erzieher ihre Arbeit aufgenommen. "Wenn die Hälfte des Personals wechselt, knabbert der Kindergarten daran", sagt die neue Chefin. "Wir müssen das Vertrauen der Eltern zurückgewinnen, die verunsichert sind."
Manuela Bauer, stellvertretende Leiterin, die Erzieherin Corina Dewitz und Köchin Cornelia Hock sind schön länger in dem Dorfkindergarten beschäftigt, der 30 Kinder betreut.
Charlotte Martens ist in Berlin geboren und im Oderbruch aufgewachsen. Im Alter von sechs Jahren zieht sie mit ihren Eltern von Berlin nach Neulietzegöricke. Ihre Ausbildung zur Erzieherin absolviert sie wiederum in der Hauptstadt. Schließlich nimmt sie an der Fernuniversität Hagen ein Psychologie-Studium auf, das sie mit Bachelor abschließt.
Mit ihrem Mann sowie den beiden Söhnen im Alter von vier und acht Jahren lebt Charlotte Martens in Altwustrow. Zuvor arbeitet sie als Schulsozialarbeiterin für den Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) in Letschin. "Die Arbeitszeiten waren familienunfreundlich", begründet Charlotte Martens den Wechsel nach Altranft. Die Arbeitszeiten konzentrierten sich auf Nachmittag und Abend. In Kontakt zum Kindergarten kommt sie durch ihre beiden Söhne. Der Jüngere werde noch in Altranft betreut. Es sei nicht immer ganz einfach, wenn die Mutter in der gleichen Kita arbeitet, gesteht sie.
Dass ihr Mann Henrik Vorstandsvorsitzender des Trägervereins ist, sei für sie keine glückliche Konstellation. "Niemand sonst will jedoch das Amt übernehmen", erklärt die Leiterin. "Wir haben mit den Mitgliedern des Vereins gesprochen", sagt Charlotte Martens. Es habe keine Einwände gegeben.
"Was uns von anderen Kindergärten unterscheidet, ist der Blickwinkel, aus dem wir Bildungsarbeit anbieten", fügt sie hinzu. Wegen dieses Konzeptes wählten die Eltern den Altranfter Kindergarten. "Wir beobachten die Kinder und greifen ihre Themen auf", sagt sie. Individualität wird groß geschrieben. "Wir haben einen sechsjährigen Jungen, der lieber bastelt als andere Kinder", nennt sie als Beispiel. "Wir stellen ihm Naturmaterial zur Verfügung und helfen, wenn er uns braucht", erläutert die Leiterin.
Wichtiger Bestandteil des Konzeptes sei der Naturkindergarten. "Unsere Kinder sind bis auf den Mittagsschlaf den ganzen Tag draußen", berichtet die Leiterin. Im großen Garten seien die Ecken naturbelassen, sodass die Kinder Insekten und Vögel beobachten können. "Wir vermitteln Nachhaltigkeit und den achtsamen Umgang mit der Natur", versichert die Pädagogin. Dazu gehöre auch, dass sich der Kindergarten mit Cornelia Hock eine eigene Köchin leistet, die nur einmal pro Woche mit Fleisch auskomme, biologisch koche, und sogar ein Kind mit veganer Nahrung (ohne tierische Produkte) versorge.