Es ist wichtig zu investieren und für die Zukunft Dinge auf den Weg zu bringen", lautete Simona Koß’ Kommentar nach der rund einstündigen Lesung des Haushaltes. Der stand im Mittelpunkt der Sitzung des Amtsausschusses des Amtes Barnim-Oderbruch am Dienstagabend im Gemeindehaus in Möglin. Es sei, so die Prötzeler Bürgermeisterin und SPD-Politikerin, im Sinne aller, in die Kinder und die Angestellten zu investieren. Denn das hat das Amt Barnim-Oderbruch, wenn es nach der Verwaltung geht, vor: Mehr als zwei Millionen Euro sollen 2020 investiert werden. Der Eigenanteil liegt bei rund einer Million Euro, wie Amtsdirektor Karsten Birkholz aufschlüsselte.
Einziger Wermutstropfen: Die Amtsumlage könne nicht gesenkt werden. "Aus Sicht der Verwaltung ist das nicht praktikabel." Denn: Jeder Euro wird gebraucht. Somit würde die Umlage nicht wie in den Vorjahren weiter gesenkt, sondern bliebe bei den 41 Prozent. Dafür aber seien Investitionen in Größenordnungen möglich. "Wir holen Investitionen für 2,5 Millionen Euro ins Amt."
Wie genau die aussehen, das diskutierten die Mitglieder des höchsten Gremiums im Amt. Auch, dass die mögliche Kreditaufnahme in Höhe von 800 000 Euro erfolgen könnte. "Allerdings nicht für die laufende Verwaltung sondern für Investitionen", schränkte Birkholz ein. Auf der anderen Seite bezweifelte der Verwaltungschef aber, ob die Kreditsumme überhaupt vollständig ausgeschöpft werden müsste. "Aber das rettet uns die Haushaltsplanung", so Birkholz. "Und es macht uns flexibel", so der stellvertretende Vorsitzende des Amtsausschusses und Bliesdorfer Bürgermeister Reiner Labitzke, der die Sitzung leitete. Wolf-Dieter Hickstein, Bürgermeister von Reichenow-Möglin, sprach sich ebenfalls für eine Kreditaufnahme aus. "Die Zinslage lässt das zu." Und man müsse der Verwaltung so viel Vertrauen entgegenbringen, dass sie die Schulden so kalkuliere, dass man in den nächsten Jahren wieder in die schwarzen Zahlen käme.
Entwurf auf 100 Seiten
Einhundert Seiten umfasst der Haushaltsentwurf des Amtes Barnim-Oderbruch für das kommende Jahr. Darin: Zahlen und Daten, Fakten und Wünsche. Größter Posten ist der Anbau der Kita in Bliesdorf (insgesamt geschätzte 750 000 Euro, davon rund 360 000 Euro Eigenanteil), über den nun schon seit Jahren diskutiert wird. Gefolgt von den subventionierten Schulhofgestaltungen in Neutrebbin und Prötzel, dem Feuerwehrgebäude in Sternebeck (veranschlagte Gesamtkosten: 400 000 Euro bei 85-prozentiger Förderung) sowie möglichen – geförderten – Fahrzeugen. Vorausgesetzt: die Fördermittel fließen. Denn mehr als die Hälfte an Investitionen werden von Bund und/oder Land finanziert. Das betrifft auch den "Digitalpakt Schule", aus dessen Topf nicht unerhebliche Summen fließen werden. Zudem muss, erklärte der Amtsdirektor, die Kita in Prötzel eine Erweiterung erfahren. Denn: Die "Kleinen Waldstrolche" platzen wie die "Liebe Liesel" aus allen Nähten.
Europabrücke großer Posten
Ebenfalls ein großer Posten ist die Europabrücke zwischen Neurüdnitz und Siekierki. Dort soll im Frühjahr 2020 der Baubeginn gefeiert werden können. Die Fertigstellung ist für 2021 vorgesehen. Mit einem dicken Minus (rund 420 000 Euro) taucht die Maßnahme im Haushalt auf. Weil die Einnahmen erst 2021 fließen, erklärte Marion Lorenz, Sachgebietsleiterin Finanzverwaltung.