Bürgermeister Ralf Lehmann hat seine Wette gegen die Freienwalder Karnevalsgesellschaft (FKG) verloren. 60 Kostümierte, als Michael Jackson verkleidet, fanden sich am Nachmittag auf dem Wappen vor dem Rathaus ein. Lehmanns Wettschuld: 200 Euro.
Seit Aschermittwoch regiert das Stadtoberhaupt wieder alleine im Rathaus. Eine Abordnung des Elferrates der Freienwalder Karnevalsgesellschaft gab Ralf Lehmann (CDU) den symbolischen Rathausschlüssel zurück. Doch vor ihrer freiwilligen Entmachtung klärten sie noch, wie viele "Michael Jacksons" sie hätten präsentieren müssen. Während Lehmann auf 2019 beharrte, betonte Mario Licks, Präsident des Elferrates, Lehmann habe am 11.11.2018 bei der Schlüsselübergabe "20-19" gesagt – die Karnevalisten nahmen das als 20 plus 19 auf. "Wir haben den Videobeweis", bekräftigte Licks. Diesem Argument gab sich der Bürgermeister geschlagen. Die Wette war eine spontane Idee Lehmanns: Gemäß dem Motto der nun beendeten Session "Karneval ist einmal im Jahr – putz dich heraus, du bist ein Star" hatte er sich zum Umzug als "King of Pop" verkleidet.
Falls die Wette für ihn verloren gehe, bot Ralf Lehmann drei Wetteinsätze an, von denen sich der Präsident eine aussuchen durfte. Er könne kostenlos von der Skisprungschanze springen. "Ich wäre bereit, einen Tag, dein Schnürsenkel zu sein", erklärte der Bürgermeister. Er würde für ihn kochen, ihm die Schnürsenkel zubinden und ihn verwöhnen. Zuletzt bot er pro "Michael Jackson" einen Euro an. Mario Licks entschied sich für das dritte Angebot, weil dies dem gesamten Verein zugute komme.
Im Angesicht der 60 Schwarzgekleideten mit weißen Handschuhen, Hüten sowie mit und ohne Mundschutz rundete Lehmann die Summe auf 200 Euro auf, was mit großen Applaus bedacht wurde. Wofür  die FKG das Geld einsetzt, konnte Mario Licks noch nicht sagen. "Vermutlich wieder für Kostüme", ergänzte er. In dieser Session habe die Karnevalsgesellschaft dafür 8500 Euro ausgegeben.
Insgesamt bewertet der Verein die erste närrische Jahreszeit im Schülerklub der Oberschule als durchaus erfolgreich. 550 Gäste besuchten die Veranstaltungen der FKG einschließlich der Prunksitzung im November. Über 192 Sitzplätze verfüge der Schülerklub, erklärte Udo Jagdmann, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Das 50-jährige Bestehen zur nächsten Session wird die FKG wohl auch im Schülerklub feiern. "Denn im Kurtheater ist ja nichts mehr drin", so Jagdmann. Er und Mario Licks unterstrichen die gute Zusammenarbeit mit der Oberschule und deren Hausmeister René Erdmann. "Wenn wir ihn brauchten und angerufen haben, war er in zehn Minuten da", lobte der Präsident. Gewöhnen mussten sich die Narren an den Cateringbetrieb, denn im Kurtheater fanden sie eine gastronomische Rundum-Betreuung zuletzt durch Enrico Merten vor. Dennoch seien sie zufrieden.
Drei Jahre werde die Auszeit vom Kurtheater dauern, prophezeite der Bürgermeister. Ein Jahr benötige die Stadt für die Planung, zwei Jahre fürs Bauen. Die Stadtverordnetenversammlung habe sich für den kompletten Umbau entschieden. "Wir müssen ihr bis Ende März Bau- und Förderantrag vorlegen", sagte Lehmann. "Ich finde den Komplettumbau richtig, statt Flickwerk zu betreiben", sagte FKG-Sprecher Horst Dahlke. Die Stadt benötige einen großen Saal.
Die FKG bleibt ein sicherer Nutzer. Entgegen dem Negativtrend anderer Karnevalsvereine, erfreuen sich die närrischen Kurstädter des Zuwachses. 200 Mitglieder zählt der Verein konstant. "Wir waren vor Kurzem nur noch 93 Aktive und sind jetzt 101", sagte der Präsident stolz. Besonders die Kindertanzgruppen wachsen.