Schauspieler, Regisseure, Dramaturgen: Sie alle stehen mehr oder weniger im Rampenlicht eines Theaters. Doch wer ist hinter den Kulissen zugange? Zum 20. Geburtstag des Theaters am Rand in Zollbrücke gibt das Oderland Echo den Mitarbeitern eine Bühne und holt sie ins Rampenlicht. Heute: Dagmar Ewald.
Was mit dem Betreiben des Holzbackofens begann, hat sich in den vielen Jahren, die Dagmar Ewald nun schon für das Theater am Rand in Zollbrücke tätig ist, bis zur Bühnentechnik erweitert. „Zunächst habe ich Brot und Kuchen verkauft. Und sogar noch auf die Schnelle eine Bäckerprüfung dafür abgelegt“, erinnert sich Dagmar Ewald an ihre Anfänge im Theater. Eine Freundin sei regelmäßig dort zu Gast gewesen. So habe die heute 56-Jährige das Haus kennengelernt. „Im Winter. Bei hohem Schnee. Und ich war sofort in die Landschaft verliebt.“ Mit Intendant Tobias Morgenstern und Geschäftsführerin Almut Undisz sei sie ins Gespräch gekommen. Und dann sei schnell klar gewesen, wo sie ihren privaten Neuanfang wagen wollte. Und während sie in der Eifel, aus der sie stammt und wo sie lange lebte, noch als Hausfrau tätig war, ist für sie inzwischen selbst komplizierte Bühnentechnik kein Problem mehr. „Sicher“, erinnert sie sich, „am Anfang wusste ich nicht einmal, wie man den Aufsatz am Akkuschrauber wechselt.“ Inzwischen stellt sie sich allen Herausforderungen und nimmt sie gerne an. „Ich kann mir die Arbeit selbst einteilen und bin zeitlich sehr flexibel. Das weiß ich sehr zu schätzen.“ In Zäckericker Loose habe sie zudem eine echte neue Heimat gefunden und sei sehr herzlich aufgenommen worden. „Der Eifeler ist dem Oderbrücher nicht unähnlich“, gibt sie lachend zu. Inzwischen schätze sie die Einfachheit, in der man im Oderbruch leben kann. „Es geht weniger um Materielles, dafür habe ich andere Reichtümer angehäuft. Die Kultur, die Arbeit im Team, das Zwischenmenschliche.“
Und auch die Kollegen schätzen sie: „Ohne sie liefe so manches gar nicht im Theater“, sagen die Mitstreiter über Dagmar Ewald, die den Auf- und Abbau der Bühnenbilder verantwortet und die Requisiten archiviert. Auch bei Gastspielen bringt sie das Bühnenbild mit dem Transporter von A nach B. „Und wenn Tobias Morgenstern wie für das Enzian-Stück ein Foyer wie in einem Berghotel als Bühnenbild möchte, mache ich mich auf die Suche nach Möbeln“, berichtet sie. Zudem begrüßt sie an den Wochenenden die Besucher als Abenddienst bei den Vorstellungen.