Der Ansturm sei nicht so groß wie im Januar, als der Verein für Frauen und Kinder in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln sammelte. "Das war auch nicht zu erwarten", sagte Steinert. Männer kauften sich nicht so häufig neue Kleidung. Diesmal werden die Kleider in Kartons und  nicht in Bigbags sortiert. Für die Helfer vor Ort sei deren Inhalt einfacher zu verteilen als aus den großen Transportsäcken.
Freiwillige wechseln sich ab
Die inzwischen 37 Vereinsmitglieder wechseln sich beim Sortieren ab. "Wir hatten ein bisschen Zeit, weil wir bei uns im Geschäft in Kurzarbeit sind", sagte Manuela Düntzsch. Die Augenoptikermeisterin half dreimal in der Woche beim Sortieren. "Mir ist wichtig, den Menschen ein Stück Würde zu geben", begründete sie ihr Engagement. Cordula Putzki ist Grundschullehrerin und lebt noch nicht so lange in Bad Freienwalde. "Ich bin zugezogen und will mich wieder politisch engagieren. Mir ist es wichtig, aktiv zu sein", fügte sie hinzu.
Immerhin seien auch bereits 4000 Euro Spenden eingegangen, berichtete Steinert. Das Geld sei von Menschen aus der Region um Bad Freienwalde eingezahlt worden. Damit kaufen der Verein und die Partnerorganisation "No Name Kitchen" Waschmaschinen, Gaskocher und Lebensmittel, damit sich die Flüchtlinge selbst versorgen können. Indem der Verein in Patras Hilfsgüter einkauft, schafft er Vertrauen bei den Einheimischen, die dann auch von der Flüchtlingshilfe profitieren. Den Griechen geht es aufgrund mehrere Wirtschaftskrisen und der aktuellen Corona-Pandemie schlechter als den Mitteleuropäern. Wegen der Pandemie bleiben die Touristen, einer der Haupteinnahmequellen, aus.
Wenn genug Kleiderspenden und Hygieneartikel zusammen sind, startet wieder ein Lastzug vom Frankfurter Straße/Ausbau nach Griechenland. "Wir haben bei uns im Verein zwar genug Lkw-Fahrer, aber wegen Corona beuaftragen wir eine Spedition", sagte Steinert. Der Fahrer müsste sonst in Griechenland zwei Wochen in Quarantäne und bei der Rückfahrt in  Italien noch mal zwei Wochen.
Verein stets mit Vorort
Der Bad Freienwalder Verein sammelt nicht nur Spenden, Vereinsmitglieder schauen sich die Situation vor Ort an und verteilen mit Unterstützung von Partnerorganisationen, die sich schon länger dort engagieren, die Hilfsgüter. So wissen sie genau, was gebraucht wird. "Wir können von Bad Freienwalde aus nur ein bisschen die Not lindern, das große Problem bleibt", sagt Andreas Steinert. Letztlich lasse Europa Griechenland alleine.
Der Bad Freienwalder sieht sich immer wieder der Kritik von Globalisierungsgegnern ausgesetzt. Denn sein Unternehmen importiert ein Großteil der Ware aus China. Steinert verdient damit aber genug Geld, um sich bei Hilfsaktionen wie diesen zu engagieren. "Ich kann damit mehr tun als andere, die nichts machen", sagt er. Durch seine Kontakte in China kaufe er Zelte und Schlafsäcke direkt beim Hersteller und bekomme alles für einen Bruchteil der Summe, die er deutschen Zwischenhändlern bezahlen müsste. Damit werde das Spendengeld so effektiv wie möglich eingesetzt.
Gebraucht werden Männer-Kleidung der Größen S, M und L sowie Schuhe, Größe 39-44 und Hygieneartikel.