Mehr als 50 Frauen und Männer hatten sich am Sonnabendvormittag auf dem Wriezener Marktplatz eingefunden, um gemeinsam das diesjährige Stadtradeln im Landkreis Märkisch-Oderland zu starten. Einige hatten da bereits ihre ersten Kilometer hinter sich, schließlich waren sie mit ihren Rädern am Wohnort losgefahren. Den Rundkurs hatte wie schon im Vorjahr Dieter Hennig vorbereitet. Der 75-Jährige ist Sportlehrer im Ruhestand und zudem Tourführer bei der Tour de MOZ.
Und so waren im Pulk, der sich vor dem Start für ein Gruppenbild am Brunnen sammelte, auch zahlreiche Teilnehmer der Tour de MOZ zu entdecken, darunter die 91-jährige Charlotte Henze aus Strausberg mit ihren Begleitern. Ewald Grünemeyer aus Bad Freienwalde kam das Stadtradeln ebenfalls gelegen. "Wir haben heute Nachmittag noch Sommerfest unserer Herzsportgruppe hier in Wriezen", sagte er und hatte wie andere auf den Ausflug zur Tour de MOZ durch die Ruppiner Schweiz am selben Tag verzichtet.
"Sie werden mich in den nächsten Tagen bestimmt auf dem Fahrrad erwischen", kündigte unterdessen Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm (CDU) an, der auf Folgetermine verwies, die eine weitere Teilnahme am Sonnabend unmöglich machten. "Ich hatte ja geahnt, dass es diesmal mehr als 20.Leute sein würden", freute er sich über die weit höher liegende Zahl der Anwesenden, die Dieter Hennig später auf 66 bezifferte. Vor allem in der Stadt könnten viele Wege mit dem Rad zurückgelegt werden, warb Ilm darum, das Auto häufiger stehen zu lassen.
"Wir fahren gern und fast jeden Tag", berichtete Eberhard Tonne (CDU), einer von mehreren Stadtverordneten, die es sich nicht nehmen ließen, beim Auftakt des Stadtradelns dabei zu sein. "Ich kann gar nicht verstehen, dass einige überhaupt nicht fahren und andere so viel", meinte er und fügte hinzu: "50 Kilometer am Tag reichen. Da sieht man übrigens auch viel mehr als sonst." Unter anderem, dass der Landkreis zurzeit den Oderbruchbahnradweg repariert. "Die Strecke zur Europabrücke ist beliebt. Es gibt Wriezener, die fahren die etwa 25 Kilometer hin und zurück in ihrer Mittagspause."
Wriezen radelt viel
Jörg Schleinitz vom Landkreis Märkisch-Oderland hatte gelbe Warnwesten mit der Aufschrift "Gemeinsam für eine neue Radverkehrskultur" mitgebracht, die auch als Erinnerungsstück gern angenommen wurden. "Ich freue mich auf die schöne Strecke, die vor uns liegt", erklärte er und erinnerte daran, dass in Wriezen im Vorjahr die meisten Kilometer in Märkisch-Oderland geradelt worden waren.