In Prädikow ist am Freitagabend die neue Mitfahr-App „pampa“ vorgestellt worden. Ab sofort läuft die Testphase mit vollem Nutzungsumfang für Anbieter wie Suchende von Mitfahrgelegenheiten auf Strecken. Zugleich läuft das Sammeln von Hinweisen für Verbesserungen.
Geld und Zeit sparen. Gemeinsinn fördern. Den Klimaschutz aktiv voranbringen und vielleicht sogar hier und da einen Zweitwagen überflüssig machen. Die positiven Effekte lassen sich schnell in diesen wenigen Stichworten zusammenfassen, die Martin Luge auflistete. Ein Jahr Vorbereitungszeit steckt in „pampa“, die nun in den praktischen Testbetrieb startet. Für eine solche App, deren Entwicklung üblicherweise bis zu drei Jahre dauere, sei das eine sehr gute Zeitspanne, hob Luge hervor. Schon die reine Programmierung nahm davon etwa sechs Monate in Anspruch. Zuvor mussten unzählige Fragen geklärt werden. Ganz am Anfang stand ein Workshop mit 18 Teilnehmern aus vier Dörfern. Gemeinsam wurden szenarienbasierte Möglichkeiten durchgespielt. „Auch die Programmierer waren da schon dabei, um zu verstehen, wie die Zielgruppe tickt, und technische Anfragen zu beantworten.“
Am Ende stand ein Grundgerüst an Anforderungen und Wünschen, unterteilt nach Prioritäten, was die App enthalten soll. Wichtig sei die möglichst einfache Bedienung gewesen, hob Martin Luge hervor: „Je weniger Klicks, desto besser im Alltag.“ Zugleich musste auf Anforderungen wie den maximalen Schutz der Privatsphäre geachtet werden. Schließlich solle beispielsweise nicht für alle anderen App-Nutzer ersichtlich sein, wann eine bestimmte Person wie lange nicht zu Hause sei. Am Ende von Etappe eins der Entwicklung stand ein sogenannter „Klick-Dummy“, der mit Test-Nutzern evaluiert wurde. Auch das Erscheinungsbild wurde zwischendurch noch einmal einer kritischen Prüfung unterzogen.
Wie sich die Besucher bei der Vorstellungsrunde jetzt überzeugen konnten, kommt die Bedienung in der Tat nach der grundsätzlichen Anmeldung im System denkbar einfach daher. Alle Orte in Märkisch-Oderland (bisher ist die App auf das Gebiet des Landkreises beschränkt) sind alphabetisch erfasst, zudem Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Bahnstationen eingetragen, um markante Punkte, die öfter nachgefragt sind, schon gleich verfügbar zu haben. Wer also etwa vom S-Bahnhof Strausberg-Nord nach Prädikow muss, findet somit ebenso potenzielle Mitfahrangebote, wie umgekehrt jemand seine tägliche Tour, die er frühmorgens mit einem Kind zur Kita oder Schule macht, mit ergänzenden freien Plätzen einstellen kann. Die persönlichen Daten eines Nutzers werden für den anderen erst nach Akzeptieren eines ersten Mitfahrgesuches sichtbar freigeschaltet. Über Kurznachrichten im Chat kann dann beispielsweise ein Treffpunkt vereinbart werden.
Auch Zwischenstationen können eingetragen werden, zudem ist das System sowohl in geografischer Hinsicht als auch in den Abfahrtzeiten bewusst „unscharf“ eingestellt, um die Trefferquote zu erhöhen. Öfter gebe es ja Fälle, dass jemand nicht zu einer bestimmten Uhrzeit von A nach B muss, sondern nur irgendwann am Vormittag.
Benjamin Schaarwächter, ein zweiter Vertreter des Projektteams, das auf dem Hof Prädikow verankert ist, damit auch die Unterstützung der Stiftung Trias und der Selbstbau-Genossenschaft hat, dankte der Gemeinde Prötzel, über die die Fördermittel aus dem Topf der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums beantragt werden konnten. Nach Ablauf der einjährigen Projektdauer läuft die Testphase nun ehrenamtlich. Mit Anschlussfinanzierung soll später aus dem Rücklauf eine Überarbeitung des App-Prototypen zur finalen Fassung erfolgen. Gern stelle das Team die App auch bei Vereinen oder anderen Gruppen vor.
Kontakt/nähere Informationen: www.pampa-mitfahren.de, die App ist kostenlos für die Systeme Android und IOS verfügbar.