Der Ausschreibungstext zur Konzeptvergabe des Schlosses in Bad Freienwalde ist veröffentlicht und kann auf den Internetseiten des Landkreises Märkisch-Oderland eingesehen werden. Darüber informierte jetzt der Beigeordnete Friedemann Hanke (CDU).
Bereits der Beschluss des Kreistages zur Entbehrlichkeit des Schlosses Freienwalde im vergangenen Frühjahr hatte vor allem in der Bevölkerung hohe Wellen geschlagen. Bei der Dezembersitzung, in der dann im nichtöffentlichen Teil über die Inhalte und Konzeptvergabe zur europaweiten Ausschreibung des Schlosses Freienwalde beraten wurde, hatte sich – wie zuvor angekündigt – offenbar der FDP-Stadtverordnete Peter Glaetzner in der Einwohnerfragestunde zu Wort gemeldet. Aus dem Protokoll der Sitzung geht hervor, dass ein Bürger der Stadt die öffentliche Beteiligung an dem Prozess angemahnt hat.
Der zuständige Beigeordnete und Fachbereichsleiter Friedemann Hanke hatte daraufhin erklärt, dass die Ausschreibung selbst und das Verfahren wieder öffentlich sind, sodass auch eine entsprechende Beteiligung stattfindet. „Seit Montag stehen die Unterlagen zur Konzeptvergabe auf den Seiten des Kreises im Internet und sind für jeden Interessierten einsehbar“, erklärte er jetzt gegenüber dieser Zeitung.
Die Fragen des Bürgers in der Kreistagssitzung hätten deutlich gemacht, dass es offensichtlich ein Informationsdefizit gibt. Bereits zuvor war immer wieder die Befürchtung laut geworden, dass der Zugang zum Schloss und zum Park bei einem Verkauf für die Öffentlichkeit nur noch eingeschränkt möglich sein wird. „Es gibt also Bedarf, über das Thema zu sprechen“, sagte Hanke. Deshalb freue er sich, dass das Vergabeverfahren Schloss und Schlosspark Bad Freienwalde im März Thema des Kurstadt-Dialogs sein wird. Die Einladung zu dieser wie immer öffentlichen Veranstaltung hat Dennis Ferch, einer der beiden Initiatoren des Kurstadt-Dialogs, am Dienstagabend bereits über Facebook gepostet und auch die Dokumente hochgeladen. „Friedemann Hanke ist auf uns zukommen und hat gefragt, ob der Kurstadt-Dialog das richtige Format dafür ist“, sagte Ferch gegenüber dieser Zeitung. „Aus unserer Sicht ist er natürlich das richtige Format, und wir sind gespannt, was sich daraus nun entwickelt.“
Sowohl Friedemann Hanke als auch Dennis Ferch verwiesen auf das allein 42-seitige Exposé zum Verfahren mit seinen teils sehr detaillierten Bedingungen. „Es geht nicht darum, das Areal meistbietend zu verkaufen“, erklärte Hanke, „sondern um die Entwicklung dieses Areals in Bezug auf Bad Freienwalde und in Bezug auf das Rathenau-Gedenken.“ Letzteres ist und bleibe eine Aufgabe des Landkreises. „Wir als Kreis müssen das Wie sicherstellen“. Dabei gehe es nicht nur um die zeitgemäße Vermittlung, sondern auch um die entsprechende finanzielle Ausstattung, sagte der Beigeordnete und erinnerte: „Dafür haben wir die Walther-Rathenau-Stift gGmbH.“
In dem zweistufigen Verfahren können interessierte Bewerber ihre Unterlagen bis zum 21.  März einreichen. „Dabei müssen sie unter anderem eine Nutzungsidee darstellen und auch nachweisen, dass sie wirtschaftlich in der Lage sind, ein solches Vorhaben zu stemmen.“ Danach würden Bewerber für die zweite Sufe eingeladen. „Der Landkreis bleibt aber immer Herr des Verfahrens. Wir könnten es sogar jederzeit abbrechen.“ Selbst wenn es zum Beispiel nur einen Anbieter geben würde, so müsse der Landkreis nicht an diesen verkaufen.
Kurstadt-Dialog zur Zukunft des Schlosses in Bad Freienwalde, 18. März, 18.30 Uhr im Teehäuschen am Schloss in Bad Freienwalde