„Natürlich ist es im Moment Sch..., aber Rumheulen und Jammern bringt einen ja nicht weiter. Irgendwann wird es auch wieder besser.“ Davon ist Schausteller Freddy Krüger überzeugt. Mit seinem Freizeitpark steht Schmidt seit Freitag auf dem Schützenplatz in Wriezen, zuvor hatten er, seine Familie und die Mitarbeiter die Zelte in Bad Freienwalde aufgeschlagen. Die Corona-Krise trifft das Familienunternehmen, aufgeben ist für Freddy Schmidt aber keine Option.

„Aufgeben ist nicht drin“

Ich habe mich 1990 selbständig gemacht und habe in dieser Zeit schon dreimal neu anfangen müssen. Irgendwie geht es doch immer weiter“, erzählt Schmidt. Und fügt an: „Ich bin ein Kämpfer, aufgeben ist nicht drin.“ Und bei diesen Worten wirkt der 50-Jährige tatsächlich so, dass er es auch so meint. Dabei gäbe es durchaus Gründe, Existenzängste zu haben. Mit den Fahrgeschäften und Imbissbuden macht das Familienunternehmen – insgesamt arbeiten zwölf Familienmitglieder und vier Aushilfen für den kleinen Freizeitpark – normalerweise zwischen 250.000 und 300.000 Euro Umsatz im Jahr, erzählt Freddy Schmidt. „In diesem Jahr werden es vielleicht 50.000 Euro, wenn uns das Weihnachtsgeschäft nicht völlig wegbricht“, so der Unternehmer.

Weihnachtsgeschäft auf der Kippe

Das ist ein heftiger Einbruch, den man wohl nicht so einfach wegsteckt. Und die Weihnachtsmärkte, die in diesem Jahr überhaupt stattfinden, werden mit weniger Ständen stattfinden. Das weiß Schmidt, nachdem er am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung für Schausteller in Neubrandenburg war. „Ich hoffe, dass ich wenigstens meinen Glühweinstand aufstellen kann. Für seinen Glühwein wurde Schmidt im Jahr 2007 vom Radiosender Ostseewelle ausgezeichnet. „Bester Glühwein Mecklenburgs, das war schon toll und hat sich richtig herumgesprochen.“ Weihnachten sei einfach das Hauptgeschäft im Jahr und ohne die Einnahmen aus diesen rund vier Wochen sehe es mau aus für 2020.

Neues Fahrgeschäft gekauft

Dazu kommt, dass Schmidt erst im Juni sein neues Fahrgeschäft, den „Scheibenwischer“ abgeholt und in Betrieb genommen hat. Bestellt hatte er den schon im vergangenen Jahr, als von Corona noch keine Rede war. 230.000 Euro hat ihn der Scheibenwischer gekostet und der Plan war eigentlich, einen Teil der Kosten in diesem Jahr wieder einzufahren. Die Lieferzeit verzögerte sich, dann kam Corona und die Saison war versaut.
9000 Euro Soforthilfe bekam Schmidt vom Bund, aber damit sind die Einnahmeausfälle natürlich nicht zu kompensieren. Die Bank half mit einem Kredit weiter und verhielt sich laut Schmidt sehr kulant. Auch einige Kommunen seien in der aktuellen Lage hilfsbereit und verzichteten teilweise oder sogar ganz auf die Platzmiete für den Vergnügungspark.

Kosten für Wasser und Strom fallen trotzdem an

„Viele Feste wurden ja abgesagt und da ist man in einigen Orten froh, dass wir kommen und wenigstens für ein wenig Abwechslung sorgen“, so Freddy Schmidt. Die Kosten für Wasser und Strom, immerhin etwa 1000 Euro für zwei Wochen Gastspiel, fallen dennoch an und die müssen erst einmal wieder eingenommen werden. In Zeiten, in denen nur eine begrenzte Anzahl von Personen auf den Platz darf und auch die Fahrgeschäfte wegen der Abstandsregeln nicht voll besetzt werden können, nicht ganz leicht.
Es wird sicher nicht das beste Geschäftsjahr im Leben des Unternehmers, seine gute Laune lässt er sich davon nicht verderben. „Dann gibt es eben keine Urlaubsreise, Hauptsache wir überleben“, erklärt er. Irgendwann muss es ja wieder besser werden.

Der Freizeitpark auf dem Schützenplatz in Wriezen hat am Sonnabend und Sonntag in der Zeit von 14 bis 20 Uhr geöffnet, am Montag, Dienstag und Mittwoch geschlossen und in der kommenden Woche von Donnerstag bis Sonntag wieder jeweils von 14 bis 20 Uhr geöffnet.