Die Ausschreibung von Schloss Freienwalde bewegt die Kurstädter. Friedemann Hanke (CDU), Erster Beigeordneter des Landkreises, hat am Montagabend im Rahmen des Kurstadt-Dialogs im Teehäuschen mit Bürgern diskutiert.
Als der Kreistag am 6. Juni 2018 die "Entbehrlichkeit" des preußischen Königsschlosses erklärte, setzte er das Verkaufsverfahren in Gang. Friedemann Hanke betont stets, dass es dem Landkreis nicht auf den Profit ankommt, sondern das beste Konzept. Er will das Schloss möglichst sinnvoll mit Leben erfüllen. Dabei sollen das Gebäudeensemble und der Park der Öffentlichkeit zugänglich bleiben.
Die Beschluss zur Entbehrlichkeit des Schlosses habe den Bad Freienwaldern den Eindruck vermittelt, dass der Landkreis sie hängen lässt. Das Gegenteil sei der Fall. Die Entscheidung zur "Entbehrlichkeit" sei aber notwendig gewesen, um überhaupt das Verfahren beginnen zu können, erklärte der Erste Beigeordnete. Das Gedenken an Walther Rathenau obliegt auch weiter  dem Landkreis, der diese Aufgabe über die Walther-Rathenau-Stift gGmbH wahrnimmt.
Ob der Landkreis bereit sei, etwas zurückzunehmen und auf was er unbedingt bestehe, fragte eine Bürgerin. "Im Verfahren nehmen wir nichts zurück", konstatierte Hanke. Der Landkreis werde Schloss und Park nicht an Privatleute verkaufen, die die Tore schließen. "Ich finde es aber schwierig zu sagen, was sein muss und was nicht", so Hanke. Vielmehr komme es auf den Gesamtzusammenhang an.
"Die Situation für das Schloss war nie besser als im Augenblick", erklärte Marie-Theres Suermann, Vorsitzende des Freundeskreises Schloss Freienwalde. "Vorher ging es immer ums Geld, jetzt geht es um Inhalte und eine Konzeption." Dem Freundeskreis sei es zu verdanken, dass das Schloss in die Orte der Demokratiegeschichte eingereiht wurde. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) wolle solche Projekte fördern. Man müsse sie beim Wort nehmen.
"Was passiert, wenn kein Bewerber geeignet ist?", fragte Dennis Ferch, Initiator des Kurstadt-Dialogs. "Dann stehen wir an gleicher Stelle wie jetzt, denn wir verlieren nichts", erklärte Hanke.
Ins Schloss sei viel Geld für die Sanierung geflossen, sagte Lars Günther. "Wir sollten das Objekt so nutzen, wie es dasteht und nicht veräußern", fügte er hinzu. "Schloss und Park sollten in staatlicher Hand bleiben", plädierte Manfred Schenk.
"Ich halte die Ausschreibung für eine große Chance", sagte dagegen Ulrike Heidemann. Sie sorge sich jedoch, dass die Nutzung der Freilichtbühne stark eingeschränkt wäre, wenn dort ein Bettenhaus gebaut werde. Die Freilichtbühne sei nicht Gefahr, versicherte Rainer Texdorf, Fachdienstleiter Tiefbau und Kurstadtentwicklung der Stadt. Die Angst der Kurstädter sei, dass ein russischer Oligarch das Schloss kauft und alles dicht macht. Das Bettenhaus könnte wegen des Denkmalschutzes nur auf dem Parkplatz an der Rathenaustraße gebaut werden, sagte Hanke. Insgesamt sei der Gastronomie-Gedanke nicht so schlecht.
Ernst-Otto Denk forderte am Rand der Veranstaltung, dass das alte Schlosscafé wieder eröffnet wird. "Wir wollen nicht hier klein anfangen, sondern das Gesamtkonzept betrachten", entgegnete ihm Hanke.