Die 25 Mädchen und Jungen der Klasse 7/2 sitzen im Stuhlkreis. Statt des regulären Unterrichts geht es für sie auf eine Reise durch das Nachbarland. Vor ihren Füßen liegen kleine Karten. Auf der einen steht ein deutsches Wort, auf der anderen das von der Bedeutung dazu passende polnische. Ein Spiel, das den Siebtklässlern die Sprache näher bringen soll. "Danke" und "Dzieckuje", "Bitte" und "Prosze". Die Schüler sind aufgefordert, die Worte nachzusprechen. Das fällt nicht allen leicht. Joanna Lipniewicz und Susanne Albani lassen nicht locker, wollen neugierig machen auf Polen. Dabei geht es nicht nur um die Sprache. Sie vermitteln auch kulturelle, historische und politische Inhalte. "Kennt Ihr ein polnisches Nationalgericht?", fragt Susanne Albani. "Krakauer", sagt eine der Schülerinnen, "Brühpolnische", eine andere. Und Susanne Albani erklärt den Siebtklässlern was "Bigos" ist. Das Nationalgericht der Polen sehe zwar seltsam aus, werde aber nach jedem Aufwärmen schmackhafter. Über "Piroggen", gefüllte Teigtaschen, die Masuren, Marie Curie und Chopin kommt das Duo zum Wachs-Gießen. Eine schöne Tradition in Polen, die seit Jahrhunderten am 30. November zelebriert werde, erklärt Susanne Albani. Von Verliebten. Denn der Heilige Andreas gilt als Schutzpatron für Verliebte und Eheleute.
Davon hatten die 13-Jährigen noch nichts gehört, aber vom Domino. Für die Siebtklässler, geteilt in zwei Gruppen, galt es, so schnell wie möglich die richtigen Sprach-Paare zu finden.
Nach 45 Minuten war die gedankliche Reise zu Ende. Dabei stellten die Schüler unter anderem fest, dass es im Polnischen keine Artikel gibt und vieles auf "a" endet. "Nein, ich spreche kein Polnisch. Ich wohne nur an der Grenze", sagt Till Rötzsch aus Hohensaaten, der beim Domino ziemlich schnell war.
Es habe einmal einen Versuch gegeben, eine Polnisch-AG anzubieten. Allerdings hätte sich niemand dafür interessiert, bedauert Christian Wallmann, stellvertretender Leiter des Brecht-Gymnasiums. Zumal die Schule in Lipkie Wilkie und in Mieszkowice zwei Partnerschulen hat. Aber vielleicht findet sich für das neue Schuljahr ein AG-Leiter, mit dem ein neuer Versuch gestartet werden könne.