"Ich halte viele Reden im Jahr, aber eine Jugendweiherede bleibt etwas Besonderes - diese Rede ist Bekenntnis zu den Grundwerten der europäischen Aufklärung", leitete der Landrat seine Ansprache ein. Für die Älteren sei dies der Anlass, über die eigene Jugend nachzudenken. Der Blick zurück sei nie frei von Nostalgie und Melancholie. "Aber nicht alles war besser", sagte Schmidt."Wir hatten noch nicht so viele Dinge zu entscheiden." Die Jugendlichen seien äußeren Einflüssen ausgesetzt: Smartphone, Internet, Facebook und Google. Bei der Technik könnten die Eltern ihnen nichts mehr erklären, aber was das echte Leben angeht, könnten sie ein guter Ratgeber sein." Den jungen Leuten redete er ins Gewissen, Massenhysterien zu widerstehen, sich aber für Schwache und Unterdrückte einzusetzen. "Gerechtigkeit, Herz, Gefühl und Anstand sollte der Kern eures menschlichen Wesens bilden."
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Lehrerin Kerstin Werner, einzige Vertreterin der Schule, riet den Schülern mit einer Episode aus dem Buch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry: "Sucht euch selbst eine Rose, für die ihr verantwortlich seid".
"Wir müssen nun anders auf ihn eingehen", sagte Thomas Kindermann aus Hohenfinow. Sohn Clemens war einer der Jugendweihe-Teilnehmer. Auseinandersetzungen gebe es durchaus, es sei ein Auf und Ab. Sicher habe er nun mehr Rechte, müsse aber auch mehr Pflichten auf sich nehmen.