Polizeibeamte hatten am Vormittag den Verkehr im Bereich der Straße Am Polderdamm sowie der Ladestraße in Höhe Güterbahnhof kontrolliert. Weil es in den vergangenen Wochen mehrfach Beschwerden über Erntefahrzeuge in Bad Freienwalde gab, nahmen die Beamten besonders landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge in Augenschein. Bürger beschwerten sich in erster Linie über Geschwindigkeitsüberschreitungen der Maschinen und Lkw in Bad Freienwalde. Die Bürger ärgert immer wieder, dass diese regelmäßig Teile ihrer Ladung verlieren, erklärte Sebastian Thon. Während der Erntezeit erreichten gleichlautende Beschwerden unter anderem aus Altwriezen und Frankenfelde die Märkische Oderzeitung.
Bei der Kontrolle in Bad Freienwalde schauten die Polizisten bei einem Lkw mit Sattelauflieger genauer hin. Dieser war mit Mais beladen und hatte seine Ladung nicht den Vorschriften entsprechend gesichert, das heißt, die vorgeschriebene Plane fehlte. Die Beamten nahmen daher eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen nicht ausreichender Sicherung gegen den 64-jährigen Fahrer auf.
Wenig später stoppten die Polizeibeamten einen Traktor mit Anhänger. Da der Fahrer bei der Verkehrskontrolle nur einen Pkw-Führerschein vorweisen konnte, jedoch die Führerscheinklasse T benötigt, sei ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet worden, führte der Polizeisprecher weiter aus. Die Beamten untersagten dem Mann die Weiterfahrt. Landwirtschaftliche Arbeitsmaschinen dürfen laut Polizei nur bis zu einer Geschwindigkeit von sechs Kilometer pro Stunde ohne Führerschein gefahren werden.
Der betroffene Fahrer informierte daraufhin seinen Betrieb. Kurze Zeit später erschien wutentbrannt der Firmeninhaber am Kontrollort. Es handelte sich dabei genau um den 64-jährigen Landwirt, der zuvor wegen fehlender Ladungssicherung angehalten wurde. Er war dermaßen außer sich, dass er das Lasergerät nahm und auf den Boden schlug. "Gegen den 64-Jährigen wurde ein Strafverfahren wegen Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel eingeleitet", erklärte der Polizeisprecher. Der Fall sei an die Kriminalpolizei weitergeleitet worden, die die weiteren Ermittlungen übernommen habe. Ein derartiger Fall sei ihm bisher in seiner Laufbahn nicht vorgekommen, sagte Sebastian Thon.