"Wir arbeiten schon seit zwei bis drei Jahren intensiv und eng zusammen", sagt Frank Fiedler, Leiter des ebenfalls vom SPI geführten Jugend-, Kultur-, Bildungs- und Bürgerzentrums OFFI in Bad Freienwalde. Da lag es nahe, dass das SPI den Kindergarten übernimmt.
"Der Elternverein hat mit uns gesprochen und wir haben zugesagt", sagte Fiedler. Mit dem Übergang werde der Kindergarten von ehrenamtlichen auf professionelle Füße gestellt. Für die Stiftung sei dies zwar die erste Kita im Landkreis Märkisch-Oderland, grundsätzlich verfüge der Träger über Erfahrungen mit Kindereinrichtungen. "Wir betreiben Horte in Frankfurt mit 200 Kindern und eine Kita in Potsdam mit 20 Kindern, die Kinderbetreuung gehört daher zu unserem Aufgabengebiet", ergänzte der OFFI-Leiter.
Für die 50 Kinder und deren Eltern in Leuenberg ändere sich nichts. Die Ansprechpartner bleiben erhalten. Das pädagogische Konzept des "Naturkindergartens" und die fünf Erzieher werden übernommen.
Die erforderlichen Anträge sind gestellt, die Beschlüsse gefasst worden. Das SPI habe beim Landesjugendamt den Antrag auf Übernahme gestellt, erklärte Frank Fiedler. Weil der Kindergarten im Bedarfsplan des Landkreises Märkisch-Oderland enthalten sei, gebe es keinerlei Widerstände sagte Frank Fiedler. Die Personalkosten fließen daher über Land, Landkreis und Amt Falkenberg-Höhe an den Träger. Den größten Anteil der Personalkosten übernimmt der Fiskus. Einen weiterer Teil sowie anteilig die Sachkosten werden über die Beiträge der Eltern finanziert. Die Gemeinde Höhenland, der das Gebäude gehört, habe dem Trägerwechsel ebenfalls zugestimmt. "Es sind damit alle Weichen gestellt, dass der Übergang zum 1. Januar 2014 klappt", erklärte Frank Fiedler.
Vonseiten des Amtes offenbarten sich im Amtsausschuss in Beiersdorf keine Ablehnungsgründe. Der Verwaltungsaufwand vom SPI sei der gleiche wie bei den anderen Kitas im Amt, deshalb habe der Finanzausschuss keine Probleme, erklärte dessen Vorsitzender Ronald Buchholz.
"Wir verteilen die Verantwortung auf mehr Schultern", sagte Steffi Tauschke, Vorsitzende des Fördervereins Naturkindergarten "Eichhörnchen" Leuenberg. Der Verein werde weiter Projekte unterstützen und Spendengelder für die Kita annehmen, habe daher ein Mitspracherecht. Der Kindergarten bleibe eine eigenständige Abteilung im Verbund des SPI.
Zusammen mit Katarina Sell, der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden, gründete Steffi Tauschke den Förderverein und eröffnete am 3. Dezember 2003 den Kindergarten. Rund 20 Mitglieder zählt der Verein, die meisten Leuenberger Bürger und nur wenig Eltern. "Wir wollten damals dem Amt zeigen, dass man hier sehr gut eine Kita betreiben kann", sagte Steffi Tauschke. Die Verwaltung hatte die Einrichtung mit Verweis auf die demografische Entwicklung dicht gemacht. Bevor das Gebäude anders genutzt würde und für immer verloren ging, wollten es die gelernte Erzieherin Steffi Tauschke und Katarina Sell als Kita für das Dorf retten. "Das Dorf hat alles, was eine Kita braucht", sagte sie. Der Erfolg gibt ihr Recht: aus drei Kindern wurden 50. Alle kommen aus den drei Ortsteilen von Höhenland. Es sei immer das Ziel gewesen, irgendwann einen Träger zu finden. Dies habe nun erst geklappt, erklärte Steffi Tauschke.
Der Förderverein und das SPI, das die Jugendarbeit im Amt Falkenberg-Höhe betreut, lernten sich allmählich kennen. Zuerst lieh sich der Kindergarten mal eine Hüpfburg und Spielgeräte für ein Fest aus. Dann jedoch wurde eine Praktikantin im OFFI zur Erzieherin ausgebildet und arbeitet jetzt als Festangestellte im Kindergarten. Den Beschluss zum Trägerwechsel haben die Vereinsmitglieder entschieden, betonte die Vorsitzende.