Der Chef des Oderlandmuseums gibt sich bescheiden: "Ohne die Hilfe des Landkreises wären wir nie so weit gekommen." Seit 1991 ist Schmook ehrenamtlicher Leiter der Walther-Rathenau-Stift gGmbH; seit acht Jahren wird das Gebäude umfassend baulich erneuert. Stolz führt Schmook den Gast aus Berlin durch die Räume. Er erzählt, dass Rathenau das Schloss bei Entdeckungsfahrten durch die Mark kennen gelernt und es 1909 von der kaiserlichen Hofkammer erworben hatte. Für den 1922 ermordeten Politiker der Weimarer Republik war das Schloss nicht nur stille Arbeitsstätte, sondern auch ein Ort, um Freunde zu empfangen. Zu seinen Gästen zählten Literaturnobelpreisträger Gerhard Hauptmann, die Schriftsteller Stefan Zweig und Carl Sternheim.
In den letzten Jahren ist es Schmook mit Hilfe von Rückgaben, Ankäufen und Schenkungen gelungen, die Rathenau-Ausstellung beträchtlich zu erweitern. Im Schloss werden inzwischen breit Rathenaus künstlerische Sammlertätigkeit, seine musischen Talente ebenso dokumentiert wie politische Aktivitäten und seine ausgedehnte literarische Korrespondenz.
Für Westerwelle ist Rathenau eine sehr bedeutende "Figur der deutschen Republikgeschichte". Deshalb sei es so wichtig, dass in Bad Freienwalde des großen Liberalen gedacht wird. "Auch im Reichstagsgebäude trägt ein Sitzungssaal seinen Namen", sagt er. "Wir wollen damit die Erinnerung an Rathenau wach halten." Westerwelle will wieder nach Bad Freienwalde kommen. Vielleicht dann, wenn von den Schlossnebengebäuden das Teehäuschen fertig saniert ist.