Regional und saisonal: Das sind Schlagworte, die inzwischen in aller Munde sind. Doch wie kommt eine Familie eigentlich an frische Produkte, an Spezialitäten von Imkern, Produzenten von Wurst und Käse, ohne alle Höfe abklappern zu müssen. "Diese Frage habe ich mir auch gestellt", sagt Heidi Leppin. Und wirbt für einen französischen Exportschlager namens "Marktschwärmerei".
59 solcher Abholpunkte gibt es bereits in zehn Bundesländern. Auch in Brandenburg. So zum Beispiel in Bernau und Eberswalde. Am 20. Juni soll der in Petershagen an den Start gehen. Mit einer Besonderheit: einem Ableger in Prädikow. Dort soll es dann freitags zwischen 17 und 19 Uhr auf dem alten Gutshof möglich sein, seine vorher über die Plattform bestellten und bezahlten Waren abzuholen.
Das System, erklärt Heidi Leppin, sei eigentlich ganz einfach: Über die Internetseite ist ersichtlich, welche Produzenten mitmachen und welche Produkte sie anbieten. Das reicht von Ölen, Spirituosen, Marmeladen bis zu Brot und Gebäck, Teigwaren, Obst und Gemüse, Käse und Fleisch, Wurst und Schinken. Aber auch Körperpflegeprodukte sind im Angebot. Der Zusammenschluss von Produzenten ermöglicht es den Kunden, erklärt Heidi Leppin, eine große Vielfalt an Produkten geboten zu bekommen. "Und umgekehrt steigt mit der Zahl der Kunden das Interesse der Erzeuger." Sie kommen aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern. Und es dürften auch noch mehr werden, ermuntert Heidi Leppin Erzeuger, von dieser Art der Vermarktung Gebrauch zu machen.
Für die Kunden wirbt die Internetseite damit, dass sie zu fairen Preisen Produkte aus der Region bekommen, ohne Zwischenhandel. Die Bestellung erfolgt online, die Auslieferung in eine "Schwärmerei" in der Nähe. Es gibt keinen Mitgliedsbeitrag, keine Bestellpflicht, keinen Mindestumsatz und keine Lieferkosten, heißt es weiter. Unter dem Motto "Besser essen und fairer wirtschaften" gehe es vor allem um Nachhaltigkeit. "Mit der Kombination aus Online-Shop und Bauernmarkt bringt ,Marktschwärmer’ Verbraucher und Erzeuger bester, regionaler Lebensmittel auf einem ganz neuen Weg zusammen: Der Kunde bestellt und bezahlt online. Die Bestellung holt er einmal pro Woche beim Regionalmarkt in seiner Nachbarschaft ab", heißt von Marktschwärmer Deutschland.
In den größeren Schwärmereien gibt es dabei sogar die Möglichkeit, mit den Erzeugern ins Gespräch zu kommen. Das werde, so Heidi Leppin in Prädikow vielleicht nicht in dem Maße möglich sein. Seit 2015 gibt es das Projekt auch in Deutschland. 2018 wurde die App, die den Einkauf unterwegs ermöglichen soll, von der Bundesregierung als "Ausgezeichneter Ort" im "Land der Ideen"-Wettbewerb ausgezeichnet. Bis Ende diesen Jahres sollen die Initiatoren mit 80 lokalen Märkten in ganz Deutschland vertreten sein. Bisher gibt es rund 85 000 registrierte Nutzer, davon sind mehr als 13 000 aktive Kunden. Europaweit gibt es rund 1300 "Schwärmereien". Wichtig ist, sagt Heidi Leppin, die für das Projekt jüngst auf dem Gutshof in Prädikow geworben hat, dass sich genug Nutzer anmelden. Pro Schwärmerei müssen es 150 Registrierte sein. Für die Petershagener und damit auch für die mögliche Dependance Prädikow fehlen noch zukünftige Kunden.
Informationen und Anmeldung unter https://www.marktschwärmer.de