Neue Wege sind nötig. „Wir haben 198 aktive Einsatzkräfte“, sagt Amtswehrführer Ingo Köhler, „doch wochentags kommen davon 20 Mann zusammen.“ Er schüttelt den Kopf und spricht davon, dass vor allem die Politik umdenken müsse. „Die Leute glauben, sie rufen die Feuerwehr, und dann kommt sie auch“, sagt Köhler. In Falkenberg-Höhe funktioniert das. Noch. Die Amtswehr versucht, aus der misslichen Situation das Beste zu machen. Es gibt drei Löschzüge, deren Depots in Falkenberg, Heckelberg und Leuenberg mit gleicher Technik ausgestattet sind. Von dort wird ausgerückt, aus den Löschgruppen der umliegenden Orte stoßen die verfügbaren Kameraden dann dazu. Die Einsatzkräfte sind beinahe beliebig kombinierbar, sie absolvieren ihre Ausbildung inzwischen oft gemeinsam.
Das Gemeinsame will der Amtswehrführer ausprägen. „Früher gab es klassischen Feuerwehrsport“, sagt er. Diesmal bietet der Aktionstag ein Familienprogramm mit Wettkampf, Musik, Vorführungen an einer historischen Spritze, Lagerfeuer. Die Amtswehrführung setzt auf Spaß und Abwechslung. Zum üblichen Löschangriff kommen eine Knotenaufgabe und ein 50-Meter-Sprint. Es geht nicht um Sekunden, um die schnellere oder bessere Technik, es geht um Vielseitigkeit und Können. „Wehren, in denen Feuerwehrsport pur trainiert wird, verhalten sich im Einsatz mitunter auch vor allem sportlich“, sagt Ingo Köhler. Im Einsatz aber gehe es um überlegtes Vorgehen und Können.
Die Amtswehrführung will den Nachwuchs motivieren. 80 Mitglieder hat die Jugendfeuerwehr. Ihr Wettkampf ist eine Feuerwehrstafette der besonderen Art: Einen virtuellen Säuregraben gemeinsam als Gruppe auf verflixt kleinen Holzstückchen überwinden, ohne den Boden zu berühren, ist eine Aufgabe. Andere sind, Wasser schwepperfrei über Kopf weiterreichen, einen Tischtennisball durch einen C-Schlauch bugsieren, Eierlauf über eine Kletterwand und Knoten perfekt knüpfen. „Das ist kein Käse, das ist Teamgeist“, sagt einer der Einsätzkräfte, die mit sichtlicher Freude dem Nachwuchs demonstrieren, was von ihm erwartet wird.
Teamgeist – das ist das Arbeitsziel für Amtswehrführer Ingo Köhler. Damit meine er nicht nur die Mitstreiter in den Löschgruppen, sondern auch die Gemeinden, die Politik. „In ein paar Jahren werden Feuerwehrleute in der Kommune einen Job haben“, sagt er. Falkenberg und Heckelberg erwarten bei Neueinstellungen, dass die Bewerber eine Feuerwehrausbildung haben und als Maschinisten eingesetzt werden können.