In Bad Freienwalde ist vor zehn Jahren das Kurmittelhaus eröffnet worden. Damit erfüllte die Stadt ein wichtiges Kriteriumzur Anerkennung als staatlich anerkanntes Moorheilbad. Dieses Jubiläum ist gestern gefeiert worden.
Die Stadtverordnetenversammlung habe im Jahr 1994 entschieden, das 1790 als Logier- und Badehaus errichtete Gebäude zum Kurmittelhaus umzubauen, sagte Frank Schmidt, Verwaltungsdirektor der Kurklinik, die 51 Prozent an der Kurmittelhaus GmbH hält. Der kleinere Teil gehört der Tourismus GmbH. Damit fungierte Schmidt als Gastgeber. Geplant wurde es von Carl Gotthard Langhans, Direktor des königlichen Hofbauamtes. Damals hatte es zwei Hauptetagen und 15 Fremdenzimmer.
Das jetzige Raumkonzept sei von Dr. Gudrun Zander, Chefärztin der Kurklinik erarbeitet worden, sagte Schmidt in seiner Festansprache. "Wir als Fachklinik haben das Zepter in die Hand genommen, weil wir das Knowhow haben", erklärte der Verwaltungsdirektor. Daher habe die Allgemeine Hospitalgesellschaft, bisheriger Träger der Klink, darauf bestanden, mit 51 Prozent die Mehrheit an der Kurmittelhaus GmbH zu übernehmen. Die Zusammenarbeit habe gut geklappt, lobte Schmidt.
Der Verwaltungschef dankte den sieben Mitarbeiterinnen für ihre Arbeit. Dabei hob er die Leitende Physiotherapeutin Heike Janke sowie Heike Arndt und Katrin Lebelt, beide sind Masseurinnen und medizinische Bademeisterinnen, hervor, die von Anfang an dabei sind.
"Für uns fünf Physiotherapeutinnen bot das Haus vor zehn Jahren eine Chance", sagte Heike Janke. Aus fünf Frauen seien Kolleginnen und Freundinnen geworden. "Wir sind zu einer tollen Truppe zusammengewachsen", sagte sie. Die Arbeitsbedingungen im Kurmittelhaus könnten besser kaum sein. Das Team bietet die gesamte Palette der physiotherapeutischen Behandlungen, Krankengymnastik, Lymphdrainage und manuellen Therapien, Massagen und Moorbehandlungen an. Das Team therapiert ausschließlich Patienten, die ambulant behandelt werden. Heike Janke betonte die angenehme Atmosphäre, zumal die Mitarbeiterinnen sich ohne Zeitdruck den Patienten widmen können. "Es macht Spaß, hier zu arbeiten", schwärmte die leitende Physiotherapeutin.
Für Bürgermeister Ralf Lehmann (parteilos) ist das Kurmittelhaus einen Meilenstein im Prozess der Anerkennung als staatliches Moorheilbad. Die Stadt investierte 2,5 Millionen Euro in die Sanierung. Das Kurmittelhaus sei ein fester Bestandteil der Stadt geworden. "Wir haben uns auf diese kleine Lösung verständigt", erklärte der Bürgermeister im Hinblick darauf, dass es bisher nicht gelungen ist, die Sole als zweites Heilmittel für die Stadt zu erschließen. Von der Vision eines Thermalbades hat sich die Stadt wegen den hohen Kosten inzwischen verabschiedet. Er erinnerte an den jährlichen Gesundheitstag, den die Stadt gemeinsam mit dem Kurmittelhaus begeht.
"Wir sind vor fünf Jahren von Berlin nach Bad Freienwalde gezogen", erzählen Brigitte und Lothar Burzynski. Die Mooranwendungen in Bad Freienwalde seien wirkungsvoller als die Fertigpackungen in Berlin. "Und die Mitarbeiterinnen sorgen hier für eine familiäre Atmosphäre."