Die Bauarbeiten auf der Bahnstrecke Neutrebbin-Wriezen laufen weiter. Auch nachts. Trotz Beschwerden von Anwohnern hält die Deutsche Bahn als Auftraggeber der Sanierung am Fertigstellungstermin Anfang August fest. Als Grund nennt ein Bahnsprecher die umfangreichen Bauarbeiten, die einen Schienenersatzverkehr unumgänglich machen. Dieser solle jedoch so kurz wie möglich gehalten werden. Für die Instandhaltung der kompletten Bahnstrecke Wriezen-Werbig investiert die Bahn insgesamt 4,3 Millionen Euro.
Die Instandsetzungsarbeiten waren nötig geworden, weil größere Abschnitte als "dringend erneuerungsbedürftig" eingeschätzt wurden. Die Betonschwellen etwa haben unterschiedliche Herstellungsjahre, die ältesten stammen aus dem Jahr 1965, die "jüngeren" aus dem Jahr 1984. Die Schienen selbst sind ebenfalls bereits Jahrzehnte in Betrieb und wurden zwischen 1967 und 1984 eingebaut. Während der Arbeiten, die bis zum 7. August abgeschlossen sein sollen, erfolgt der Ausbau des gesamten Unterbaus einschließlich Kiesbett und Entwässerung sowie der von alten Schienen, Schwellen und des Schotters. Eine Schutzschicht zur Stabilisierung des Gleisunterbaus wird ebenso eingebaut wie neuer bzw. aufgearbeiteter Schotter, Schwellen und Schienen werden wieder eingebaut. Bei vier Bahnübergängen werden außerdem die Platten der Fahrbahnbefestigungen erneuert. Die Instandhaltungsmaßnahmen umfassen zudem die Beseitigung von alten Schweißungen, eine Schwellenauswechslung im Bahnhof Neutrebbin und Gleislageberichtigungen in einzelnen anderen Gleisabschnitten. Der Streckenbereich Wriezen-Neutrebbin ist mit 4,6 Kilometer der längste Teilabschnitt. Von Neutrebbin Richtung Sietzing wird auf 3,9 Kilometern gebaut, zwischen Letschin und Werbig auf 1,7 Kilometern.
Zukünftig, so informiert die Deutsche Bahn, soll die Zuggeschwindigkeit auf der Trasse von bisher 60 Stundenkilometern auf 80 erhöht werden. Dennoch: Die aktuellen Investitionen schließen eine Einstellung der Strecke in Zukunft nicht aus. Das Land Brandenburg müsse darüber befinden.