Vor der alten Post in der Bad Freienwalder Karl-Marx-Straße übergab Kathrin Schneider (SPD), Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg, einen Zuwendungsbescheid an Bürgermeister Ralf Lehmann. Mit einem Teil der Fördermittel von insgesamt 2,5 Millionen Euro wird das alte, ungenutzte Gebäude saniert und umgebaut. Geplant sei, im Erdgeschoss eine moderne Bibliothek mit Archiv und Gastronomie anzusiedeln, in den beiden Obergeschossen werde eine Tagespflegestätte der Stephanus-Stiftung entstehen, erklärte Ralf Lehmann. Eine Ausschreibung für das Bauprojekt werde im kommenden Jahr europaweit veröffentlicht. Bis 2019 sollen die Baumaßnahmen laut Lehmann umgesetzt werden.
"Es ist wichtig, dass Leben in die Stadt kommt", äußerte sich die Ministerin zu dem Projekt, das im Rahmen des Programms "Städtebaulicher Denkmalschutz" gefördert wird. Im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" wird außerdem die Sanierung und der Umbau des alten Bahnhofsgebäudes gefördert. Dort soll künftig eine Begegnungs- und Betreuungsstätte entstehen. Geplant sei, die Entwurfsplanung bis März fertigzustellen, bis zum Sommer soll der Bauantrag gestellt werden, sagte der Bürgermeister.
Ziel sei es, aus Bad Freienwalde einen attraktiven Wohnstandort zu machen, betonte Kathrin Schneider. Die Bauvorhaben seien auch eine Attraktivitätssteigerung für die Erhaltung des Kurortstatus, betonte der Bürgermeister. Außerdem soll das Zentrum der Stadt laut Lehmann stärker gefestigt und ausgebaut werden. "Es ist wichtig für die Menschen zu sehen, dass wir keine abgehängte Region werden", sagte Jörg Grundmann (Linke), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Ein Teil der Fördergelder kommt zudem aus dem Programm "Kleinere Städte und überörtliche Zusammenarbeit". Damit soll die energetische Sanierung der Kretschmann-Oberschule finanziert werden.
Auch die Oderbruchstadt Wriezen hat etwas aus dem Fördermitteltopf abbekommen. 300 000 Euro erhielt der städtische Seniorentreff, das Plauderstübchen, vom Land. 150 000 Euro werden von der Stadt dazugegeben. Insgesamt stehen nun 450 000 Euro zur Verfügung, die in die Sanierung des Baus am Markt investiert werden sollen.
Bürgermeister Uwe Siebert (parteilos) hatte bereits zur traditionellen Weihnachtsfeier angekündigt, dass die sanitären Anlagen in dem Haus aus den 1990er-Jahren erneuert werden sollen. "Wir haben uns schon die ganze Woche auf den Termin gefreut", sagte Heike Brune, Vorstandsmitglied des Fördervereins "Hospital St. Marien", der den Treffpunkt mit Programm und Veranstaltungen betreut.
Zunächst stehen die Toiletten auf dem Sanierungsplan. Denn dort fehlt es unter anderem an Platz für Besucher, die mit einem Rollator oder gar einem Rollstuhl in die Räumlichkeiten wollen, sagte Heike Brune. Auch in der Küche sollen Rohrleitungen erneuert werden.
Die Summe stellt den Startschuss für das Programm "Soziale Stadt", in dem Wriezen seit diesem Jahr mit von der Partie ist, dar. Mit dem Zuwendungsbescheid soll das Plauderstübchen nun zu einem Stadtteiltreff ausgebaut werden, der sowohl Informations- und Beratungsstelle als auch ein Ort weiterer Aktivitäten werden soll. Das Projekt umfasst die energetische Sanierung und den barrierefreien Ausbau des Gebäudes.
"Das Plauderstübchen wird zu einem Forum für Gespräche, Beratung, Kultur und Spaß für alle Gruppen und Vereine der Stadt", sagte Kathrin Schneider bei der Übergabe der Fördermittel an die Stadt.