Sie haben sich im Mai dieses Jahres auf Schloss Neuenhagen gegründet, erzählt Michael Anker und nennt die übrigen sechs Gründungsmitglieder: Christina Bohin, Petra Leibner, Malte Codenys, Jörg Engelhardt, Andreas Klug und Torsten Zentner. Inzwischen seien Stefan Hessheimer und Jörg Hannemann hinzugestoßen, so Anker, der sich am Montag die Räumlichkeiten der zeitweiligen Galerie in der Königstraße 36 angeschaut hat. Eigentümerin des Ladens ist die Wohnungsbaugesellschaft.
Das Geschäft steht seit längerem leer. Es ist nicht das Einzige. Leerstand ist ein Thema in der Stadt. Und für die "Grenzland-Fotografen". Sie setzen sich mit dem Thema auseinander, rücken es mit ihrem ganz individuellen Blick und Verständnis in den Fokus der Öffentlichkeit. Denn öffentlich soll sie sein, die Ausstellung. Die Vernissage findet am Freitag um 18 Uhr statt. Der Wriezener Musiker Dennis B. Markheim wird den Moment begleiten.
Bis zum Sonntag sind die Fotografien von Christina Bohin, Petra Leibner, Michael Anker, Malte Codenys, Jörg Engelhardt, Jörg Hannemann, Stefan Hessheimer und Torsten Zentner zu sehen. Ein erstes gemeinsames Projekt, wie Michael Anker sagt. "Bildende Kunst gibt es reichlich im Oderland, der Fotografie wird aber viel zu wenig Beachtung geschenkt. Diesen Zustand wollen wir ändern", so der Gedanke, der zur Gründung der Fotografengruppe führte.
Die erste Ausstellung "Leerstand" habe keine politische Botschaft, sondern wolle dazu anregen, darüber nachzudenken, warum es überhaupt Leerstand gebe, sagt Anker. Leerstand in Räumen, Leerstand in den Köpfen.
Petra Leibner zum Beispiel hat die ehemalige Gaststätte im Bad Freienwalder Bahnhof im Foto festgehalten. Jörg Hannemann hat sich der früheren Schuhfabrik in Kienitz angenommen. Stefan Hessheimer setzt ein Gebäude in Szene, das gar nicht mehr existiert. Und Michael Anker hält nicht nur das seit diesem Sommer leer stehende Geschäft der Traditionsfleischerei Gärtner in Bad Freienwalde fest. Er zeigt ebenso die Leere, die sich mit dem letzten Tag ausbreitet, im Gesicht, in der Seele der Unternehmer.
Ob diese Ausstellung der Beginn für eine mögliche kommunale Galerie mit Schwerpunkt Fotografie sein wird, das wäre zwar zu wünschen, wie Michael Anker meint. Ob die Idee aber umgesetzt werden kann, sei noch ungewiss.
Ganz anderer Natur ist die neue Ausstellung, die am Freitag in der Galerie in der Tourist-Information um 15 Uhr eröffnet wird. Dort zeigt Marco Fühlau unter dem Titel "(M)ein Weg, (m)ein Augenblick, (m)ein Gedanke" farbenfrohe Landschaftsgemälde. Diese seien bereits bei seiner ersten Ausstellung vor zwei Jahren auf lebhaftes Interesse gestoßen, teilt Heiko Walther-Kämpfe von der Tourist-Information mit. "Wir leben inmitten von Wundern", erklärt der Freizeitmaler Marco Fühlau. "Während wir aber zumeist nur die großen Dinge bemerken, die sich uns aufdrängen, schätzen wir die kleinen, vermeintlich unscheinbaren, Dinge gering. Und übersehen dabei oft die eigentlichen Wunder, so Fühlau.
"Farbe trifft Form" heißt es am Freitag um 16 Uhr im Foyer der Konzerthalle in Sankt Georgen. Dort stellt die Berliner Künstlerin Friederike Krusche bis zum 20. November aus. Sie habe schon in jungen Jahren die Kreativität für sich entdeckt und mit verschiedenen Materialien experimentiert, informiert der Oberbarnimer Kulturverein als Betreiber der Konzerthalle. Friederike Krusche befasst sich mit Malerei, Graphik, Flächen- und Textilgestaltung. Seit 1995 sind ihre Werke in regelmäßigen Ausstellungen in Berlin, Brandenburg und Frankreich zu sehen.