Da Eulen in der freien Natur nur schwer zu beobachten sind, hatte der Verein den Falkner Marko Loerke aus Zehdenick eingeladen, für den Vorführungen mit Greifvögeln zum täglichen Brot gehören. Unterhaltsam erfuhren die Gäste viel über die Falknerei und über unterschiedlichen Greifvogelarten. Wer hätte gewusst, dass ein Falke sich mit einer Sturzgeschwindigkeit von bis zu 320 km/h auf eine fliegende Taube stürzt? Der Falke jagt nur so. "Würde er sich mit einer derartigen Geschwindigkeit auf ein Kaninchen auf dem Boden stürzen, würden beide in einem tiefen Loch aneinanderkleben"scherzte Loerke.
Der Falkner besitzt aktuell acht Greifvögel. Da seine Uhu-Dame am Sonnabend "unpässlich" war, brachte Loerke neben Schneeeule "Schneepi" auch Adler "Tilla", Geierfalke "Sancho", Wanderfalke "Momo" und Wüstenbussard "Ahab" mit. Letzterer durfte sogar fliegen. In Unkenntnis des Geländes landete er gleich auf dem nächsten Baum. Loerke lockte ihn mit Futter zurück auf seiner Hand, die er mit einem dicken Lederhandschuh vor den Krallen der Vögel schützt.
Falkner dürfen die Vögel nicht der Natur entnehmen. Sie kaufen sie von Zuchtstationen im Alter von fünf Tagen und ziehen sie selber groß. Eine guter Habicht koste um die 800 Euro, ein Adler bis zu 6000 Euro, sagte Loerke, der schon im zwölften Lebensjahr mit der Falknerei begonnen hat. Grundlage für Falknerei sei eine Jägerprüfung ohne Waffe. Denn die Waffe des Falkners sei der Vogel, mir dem er zur Beizjagd geht, um beispielsweise Stadttauben zu dezimieren.
Die zwei Stunden Vorführung vergingen wie im Flug. Der Abend endete mit der Weimarer Familienband "Lottes Flausen", die Folkmusik zu Gehör brachte.