Mit der Versendung der diesjährigen Gebührenbescheide hat der Entsorgungsbetrieb in Märkisch-Oderland (EMO) gestern begonnen - insgesamt 63064 Stück. Das kreiseigene Unternehmen rechnet wieder mit vielen Nachfragen, ist auf Hochbetrieb eingestellt.
Ab heute werden die Telefone im Entsorgungsbetrieb nicht stillstehen. Werkleiterin Angela Friesse kennt das Prozedere seit Jahren. Flattern die Bescheide ins Haus, stellen Bürger Veränderungen fest, die nicht berücksichtigt wurden.
"Stichtag für den Bescheid war der 15. Dezember", erläuterte sie im Werksausschuss am Mittwochabend. "Wir haben alle Veränderungen eingearbeitet, die bis dahin bei den Einwohnermeldeämtern vorlagen." Im Laufe eines Jahres gibt es viele solcher Änderungen. So ziehen Familienmitglieder weg, zum Beispiel Kinder, die zur Ausbildung oder wegen der Arbeit ganz weggehen. Mitunter wechselten Hauseigentümer. Die neuen sind noch nicht gemeldet.
"Wir sind darauf eingestellt, dass viele Bürger Veränderungen melden", versichert Angela Friesse. Allerdings gebe es eben nur fünf Mitarbeiter, die diesen Bereich bearbeiten. So sei es nahezu unausweichlich, dass die Leitungen in den ersten Tagen besetzt stehen. "Wir bitten um Verständnis", sagt die Werkleiterin. Man werde alle Abweichungen aufnehmen und in den nächsten Änderungsbescheid einarbeiten. Der kommt im April.
Mit den Gebührenbescheiden geht es um die Haupteinnahme des kreislichen Unternehmens - 7,62 Millionen Euro. Die sind nötig, um sämtliche Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Grundlage bildet eine geprüfte Kalkulation. Das kommunale Unternehmen darf keine Gewinne erwirtschaften. Die müssen, sollte es welche geben, dem Gebührenzahler wieder zugute kommen und bei der nächsten Gebührensatzung berücksichtigt werden.
Angesichts sinkender Abfallmengen und höherer Entsorgungskosten ist die oberste Prämisse, dass die Gebühren zumindest stabil bleiben. Werksausschussvorsitzender Reiner Spieß (SPD) verwies noch einmal darauf, dass Märkisch-Oderland mit die niedrigsten Abfallgebühren im Land hat. Die Gebühren sind mit 0,15 Euro je Kilogramm gleich geblieben, ebenso die Grundgebühr pro im Haushalt lebender Personen. 15,24 Euro sind im Jahr zu zahlen. Gibt es im Laufe des Jahres Veränderungen in Familien, erfolgt eine Anpassung entsprechend der tatsächlich anzurechnenden Monate.
Noch immer würden manche Bürger fürchten, dass sie für ein Jahr voll zahlen müssen, wenn der Bescheid erst einmal auf dem Tisch liegt, so die Erfahrung von Angela Friesse. "Diese Sorge ist grundlos", versicherte sie. Ebenso Befürchtungen, es könnten im Winter Touren berechnet worden sein, obwohl der Müll festgefroren war und nicht aus der Tonne ging. Mit dem Ident-System sei gesichert, dass nur die Menge berechnet wird, die in den Wagen abgekippt wird. Es gebe im EMO Nachfragen und auch Vorwürfe von Bürgern, berichtete die Werkleiterin. Indes träfe die Müllfahrer keine Schuld. Sie seien im Gegenteil sehr daran interessiert, dass die Tonnen auch entleert werden, denn sie erhalten ihre Vergütung nach Müllmenge. Es sei jedoch nicht möglich, dass Fahrer festgefrorenen Müll aus den Tonnen klopfen. Das sei Pflicht der Nutzer.
Mit dem neuen Bescheid kommt auch die Jahresabrechnung 2011. Wer weniger Müll entsorgen ließ, bekommt eine Gutschrift. Wer mehr hatte, muss nachzahlen. Bei Bürgern, die eine Einzugsermächtigung erteilt oder die Bankverbindung angegeben haben, erfolgt dies automatisch. Zahlungstermin für die neue Vorauszahlung 2012 ist der 1. April.